Hollywood Blog by Jessica Mazur

Nach dem Tod von Robin Williams: Cyber Bullying gegen Tochter Zelda

Nach dem Tod von Robin Williams: Cyber Bullying gegen Tochter Zelda
Nach dem Tod von Robin Williams: Cyber Bullying gegen Tochter Zelda © Foto: WENN

von Jessica Mazur

Der Selbstmord von Robin Williams ist hier in Hollywood natürlich immer noch Gesprächsthema Nummer 1. Heute rückte allerdings seine Tochter Zelda ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Ungewollt. Denn eigentlich wünscht sich die 25-Jährige nichts mehr, als in Ruhe um ihren verstorbenen Vater trauern zu können. Doch einige Leute hier sind allen Ernstes der Meinung, Zeldas Art zu trauern sei die falsche. Und diese Leute haben nichts Besseres zu tun, als ihr das über die sozialen Netzwerke mitzuteilen. Dort wurde Williams' Tochter in den letzten beiden Tagen so beleidigt und beschimpft, dass sie beschloss, ihre Accounts zu löschen. Cyber Bullying nach einem tragischen Todesfall in der Familie. Da diskutiert Hollywood nicht ohne Grund über die Frage: How low can you go?

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Man muss sich das einmal vorstellen. Da stirbt der geliebte Vater und die Leute haben nichts anderes zu tun, als Facebook, Instagram und Twitter nach gemeinsamen Fotos abzusuchen und die Tiefe der Liebe daran zu messen. Zelda musste sich nämlich mehrfach Kommentare gefallen lassen, dass sie ihren Vater doch gar nicht richtig geliebt habe. Warum? Weil sie kaum gemeinsame Fotos mit ihm ins Netz gestellt hatte. Da waren dann tatsächlich Kommentare zu lesen wie "Kein Wunder, dass er sich erhängt hat." Ja, so weit sind wir mittlerweile schon, dass in der Promiwelt die Gleichung gilt "Je mehr gepostete Fotos, desto größer die Zuneigung.

Doch es kam noch dicker für Zelda Williams. Andere User warfen ihr nämlich vor, den Tod ihres Vater zu nutzen, um sich selbst ins Gespräch zu bringen. Schließlich ist Zelda eine junge Schauspielerin, die versucht in Hollywood Fuß zu fassen. Und Williams' Tochter hatte am Montagabend ein Zitat aus 'Der Kleine Prinz' auf Twitter gepostet und ihrem Vater mitgeteilt "Ich liebe dich. Ich vermisse dich." Da wurde ihr gleich von einigen Usern vorgeworfen, ihren berühmten Vater via Twitter zu verabschieden wäre reine PR für sich selbst. Tja, wie man's macht, macht man's verkehrt. Den einen postet man zu wenig, den anderen zu viel. Den makaberen Vogel abgeschossen haben aber eindeutig die User, die es für eine gute Idee hielten, Zelda angebliche Fotos von der Leiche ihre Vater zu schicken. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei den Bildern um Fälschungen, aber viel tiefer kann man im Internet wohl trotzdem nicht sinken. Virtuelle Leichenfledderei auf Kosten der Hinterbliebenen. Ekelhaft.

Um sich in dieser schweren Zeit nicht länger mit anonymen Halbstarken im Netz rumärgern zu müssen, fror Zelda ihre Accounts kurzerhand ein. Allerdings nicht ohne den Hatern vorher noch eine Nachricht zukommen zu lassen. Sie schrieb nämlich: "An alle, die Negatives senden, seid euch gewiss, dass ein kleiner, kichernder Teil (meines Vaters) euch eine Schar Tauben zu eurem Haus schickt, die auf euer Auto kacken. Genau nachdem ihr es gewaschen habt. Trotz allem liebte er es schließlich auch, zu lachen." Hoffentlich behält sie Recht!

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur.

Nach dem Tod von Robin Williams: Cyber Bullying gegen Tochter Zelda
© Bild: Jessica Mazur