Nach Amoklauf in den USA: 'Batman'-Filmstart in Deutschland verschieben?

Batman, Premiere, Deutschland
'Batman'-Fans wurden bei der Preview in Berlin strenger kontrolliert. © dpa, Kay Nietfeld

Angst vor Nachahmungstätern

Welche Reaktion ist nach dem Massaker in einem US-Kino bei einer 'Batman'-Premiere nun in deutschen Kinos angemessen? Ein Teil der Branche will die Besucher beim Deutschland-Start von 'The Dark Knight Rises' am Donnerstag strenger kontrollieren. Bei den Batman-Previews in der vergangenen Nacht schauten die Sicherheitsleute bereits ganz genau hin - und die Kinobesucher haben dafür Verständnis.

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"Sicherheit geht über alles, da zeige ich lieber meine Tasche her, egal ob das jetzt ein bisschen komisch ist oder nicht, kein Problem", sagte eine Kinobesucherin in Berlin. Während bei Kinobetreiber Cinemaxx Batman-Fans kostümiert kommen dürfen, bittet UCI darum, auf Verkleidungen zu verzichten. Die Tat in den USA habe schockiert und betroffen gemacht, sagte ein Sprecher des Bochumer Kinobetreibers.

Zwischenfälle bei Vorführungen in den USA

Der CSU-Politiker Norbert Geis gefordert hingegen, den Deutschland-Start des neuen 'Batman'-Films ganz zu verschieben. "Es ist naheliegend, den Filmstart einige Zeit zu verschieben. Wenn auch bei uns etwas passiert, würden wir uns alle schwere Vorwürfe machen", sagte Geis der 'Passauer Neuen Presse'. Niemand wisse, "welche Verrückten sich davon auch bei uns angestachelt fühlen". Es könne "durchaus sein, dass es in Deutschland Nachahmungstäter gibt".

In den deutschen Kinos gab es bei den Previews keine Zwischenfälle. "Es ist davon auszugehen, dass es sich um die Tat eines psychisch gestörten Einzeltäters handelt", sagte ein UCI-Sprecher. US-Behörden berichten dagegen von mindestens drei Festnahmen wegen Drohungen während oder nach Vorführungen.

Bei der 'Batman'-Premiere in einem Kino in Aurora im US-Bundesstaat Colorado hatte am vergangenen Freitag der 24-jährige James Holmes wahllos ins Publikum geschossen. Er wird beschuldigt, zwölf Menschen getötet und 58 weitere verletzt zu haben.

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