Musiker boykottieren Echo-Verleihung

Eklat um Echo-Nominierungen: 'Kraftklub' und 'MIA' treten zurück
Riesen-Eklat wegen Rechts-Rocker: Musiker boykottieren Echo-Verleihung © picture alliance / dpa, Henning Kaiser

Riesen-Eklat wegen Rechts-Rocker

Am 21. März wird in Berlin zum 22. Mal der wichtigste deutsche Musik-Preis verliehen: der Echo. Doch schon im Vorfeld sorgen die Nominierungen für mächtig Zündstoff. Auslöser ist die in der Kategorie 'Rock/Alternativ National' nominierte Gruppe 'Frei.Wild'. Der politisch umstrittenen Band wird seit längerem rechtsextreme Tendenzen nachgesagt. Grund genug für einige Künstler, ihre Nominierung zurückzuziehen und die Verleihung zu boykottieren.

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Zu ihnen gehört auch die Band 'Kraftklub'. Weil sie nicht in derselben Reihe genannt werden wollen wie Musiker, denen Beziehungen zur rechtsradikalen Szene nachgesagt werden, stiegen sie freiwillig aus dem Rennen aus. "Wir haben unsere Plattenfirma gebeten, dafür zu sorgen, dass unsere Nominierung für den Echo in der Kategorie 'Rock/Alternativ National' zurückgezogen wird. Wir möchten nicht weiter in einer solchen Reihe genannt werden", gaben sie auf ihrer Facebook-Seite bekannt.

Die Berliner Kombi 'MIA' zog kurzerhand nach und teilte ebenfalls via Facebook mit: "Wir haben uns heute sehr, aber leider auch nur sehr kurz über unsere Echo-Nominierung gefreut, da unter den aktuell Nominierten mit Frei.Wild eine Band genannt wird, deren Weltbild wir zum Kotzen finden."

Nach dem Rücktritt von 'Kraftklub' und 'MIA' kämpfen nun nur noch 'Unheilig' und 'Die Ärzte' in der Kategorie 'Rock / Alternative National' mit 'Frei.Wild' um den begehrtesten Preis der Musik-Branche. Und auch wenn 'Die Ärzte' ihre Nominierung nicht zurückgezogen haben, so äußerten auch sie sich auf ihrer Homepage kritisch: "Hey Leute, beim 'Wichtigsten Deutschen Musikpreis" ist mal wieder eine politisch fragwürdige Band nominiert", heißt es dort.

Doch Fakt ist trotz allem Ärgernis: Die Nominierten werden von keiner Jury gewählt, sondern ergeben sich allein aus den Verkaufzahlen der deutschen Top-100-Charts. Und so ist auch der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) der Meinung, dass "im Fall von 'Frei.Wild' keine offensichtlichen Gründe für einen Ausschluss von den Charts vorliegen".

Die unter Beschuss stehende Band nimmt den ganzen Rummel ganz locker: "Wir freuen uns auf die großartige Liste unserer Kategorie und hoffen, dass wir nicht als einzige übrig bleiben und den Echo trotz kleinerer Verkaufszahlen jetzt doch noch kriegen könnten", heißt es auf ihrer Facebook-Seite.

Bildquelle: dpa

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