Muppets Most Wanted mit Ricky Gervais, Tina Fey und Ty Burrell: Nur mäßiger ‘Applaus Applaus Applaus’.

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Muppets Most Wanted
Bunte Reise durch Europa: Kermit, Piggy und Co. machen Berlin unsicher. © JAY MAIDMENT

3 von 5 Punkten

Die bekannten Knautschgesichter der Muppets machen erneut die Kinoleinwand unsicher. Kaum haben sich diese im ersten Teil wieder zusammengerottet, geht es in der Fortsetzung mit ihrer Show auch schon auf große Welttournee – allerdings ohne Kermit, denn der wird durch einen bösen Doppelgänger ersetzt und dieser hat nichts Gutes im Sinn. Die Muppets machen hier auf Agenten-Komödie, aber mal ehrlich: dieses Genre ist mittlerweile mehr als ausgelutscht. Und somit plätschert der zweite Teil nur so vor sich hin und bedient ein Klischee nach dem anderen.

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Von Natalie Achenbach

Nach ihrer erfolgreichen Show aus dem ersten Teil, werden die Muppets von Manager Dominik Fieslinger (gespielt von Comedian Ricky Gervais, bekannt aus ‚Nachts im Museum‘, ‚Lügen machen erfinderisch‘) unter Vertrag genommen werden. Der plant jedoch nichts Gutes: Sein Kumpane Constantine gilt als gefährlichster Frosch der Welt und ist Kermit, bis auf einen Schönheitsfleck über dem Mund, wie aus dem Froschgesicht geschnitten. Auf der großen Welttournee der Muppets haben die beiden ein Ziel: Während der pompösen Muppetshow in die angrenzenden Museen einzubrechen und die bedeutendsten Schätze der Geschichte zu stehlen.

Der größte Leidtragende dabei ist Kermit: Megabösewicht Constantine überfällt den ahnungslosen Frosch und verpasst ihm prompt ein gefaktes Cindy-Crawford-Andenken im Gesicht. Da Constantine seinen Schönheitsmakel überschminkt, hält die Polizei den armen Kermit für den Gangsterfrosch und bringt ihn unbemerkt in ein sowjetisches Gefängnis. Miss Piggy ist von ihrem plötzlich so charmanten „Kermieeeee“ hin und weg und fragt sich noch nicht mal im stillen Kämmerlein, woher ihr geliebter Frosch plötzlich seinen Bösewicht-Russen-Akzent hat. Während Kermit sich in den Gulags rumschlagen muss, touren die Muppets ahnunglos mit einem Verbrecher umher, der es nicht nur auf Kunstschätze, sondern auch auf Miss Piggy abgesehen hat…

Ein Klischee jagt das nächste

Muppets Most Wanted
Wegen eines Fake-Muttermals wird Kermit für Bösefrosch Constantine gehalten. © Jay Maidment

Und da sind sie mal wieder, die gängigen Klischees, mit denen jede Agenten-Komödie hantiert: Natürlich hat Bösewicht Constantine einen russischen Akzent, natürlich findet der Showdown des Films auf einem Hochhausdach statt und natürlich bekommt der Gute am Ende die Frau... äh das Schwein. Klar, mit dieser Verpeiltheit und gängigen Klischees spielt der Muppetsfilm, allerdings wurden viele Elemente, wie zum Beispiel ein böser Doppelgänger, schon so oft in anderen Filmen verwurstet. Auch sind die 112 Minuten Laufzeit einfach viel zu lang und der Plot (der so vorhersehbar ist wie ein Rosamunde-Pilcher-Roman) und seine Entwicklung viel zu schleppend. Immerhin kann man sich wegen des vorhersehbaren Plots ganz auf die liebevollen Details des Films konzentrieren: Waren es im letzten Film Miss Piggys Louboutins, die das Frauenherz hochschlagen ließen, ist es diesmal das eigens von Vivienne Westwood geschneiderte Hochzeitskleid, mit dem Miss Piggy vor den Altar stöckelt. In puncto Frisuren stiehlt Miss Piggy ebenfalls allen die Show: diese wechselt mindestens elf Mal!

Es gibt wieder einige Musicaleinlagen, die echtes Broadwaypotenzial haben. Sogar die tristen Gulags werden mittels eines Songs in ein passendes Licht gerückt. Allerdings findet sich kein Song, der annährend prägnant und stark ist wie ‚Man or Muppet‘ aus dem ersten Muppets-Film. Auch die Gastauftritte fallen alles andere als bescheiden aus: Christoph Waltz, Til Schweiger, Lady Gaga und Usher sind nur einige davon.

Insgesamt geben die Muppets zwar Power, jedoch lässt das total durchgekaute Genre nichts anderes als Vorhersehbarkeit und lahme Gags zu. Deswegen gibt’s leider nicht den gewünschten „Applaus, Applaus, Applaus“.

Kinostart: 01.05.2014

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