'Mr. Poppers Pinguine': Story auf dünnem Eis

2 von 5 Punkten

Blödelbacke Jim Carrey schlittert nach knapp zweijähriger Abstinenz wieder über die Kinoleinwand. In 'Mr. Poppers Pinguine’ hat sich der Grimassen-Meister tierische Verstärkung mit ins Boot geholt, um endlich wieder an erfolgreiche Zeiten anzuknüpfen. Leider ging dieser Schuss völlig nach hinten los. Denn zu einer guten Komödie gehört mehr als sechs Pinguine auf Jim Carrey loszulassen und sich vom Ergebnis überraschen zu lassen.

Das größte Problem der neuen Familienkomödie von Regisseur Mark Waters ('Freaky Friday‘) ist die vorhersehbare Story. So kommt der ehrgeizige Immobilienmakler Tom Popper (Jim Carrey, 'Dumm und Dümmer’, 'Ace Ventura - Ein tierischer Detektiv') bestens mit seinem Leben als geschiedener Familienvater zu Recht. Seine Frau Amanda (Carla Gugino, 'Watchmen’) und die beiden Kinder (gespielt von Madeline Carroll und Maxwell Perry Cotton) sieht er nur alle zwei Wochen, was ihn nicht weiter stört, mehr Zeit hätte er ohnehin nicht. Denn Popper lebt nur für seine Arbeit.

Dieses Leben ändert sich schlagartig als eines Morgens eine große Holzkiste vor der Haustür seines Luxusappartements steht. Der Inhalt der Kiste ist alles was ihm sein verstorbener Vater, ein Weltenbummler, vererbt hat: Sechs ausgewachsene Pinguine aus der Antarktis. Die tierische Hinterlassenschaft stellt das komplett durchorganisierte Leben des Karrieremenschen Popper völlig auf den Kopf. Klingt nach der perfekten Mischung für eine gelungene Komödie: Jim Carrey und wilde Tiere. Schnell wird jedoch klar, dass Mr. Popper nicht Ace Ventura ist.

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Revierkämpfe zwischen Mr. Popper und seinen Pinguinen

Erst die sechs Frackträger aus der Arktis lassen die Gefühle des eiskalten Geschäftsmannes auftauen und bringen ihn seiner Familie wieder näher. Eine Story, wie sie schon hundert Mal erzählt wurde. Der ein oder andere Kinozuschauer wird sich an die Dickensche Weihnachtsgeschichte mit dem geizigen Kaufmann Ebenezer Scrooge erinnert fühlen. In die Rolle der Geister schlüpfen in diesem Fall die Pinguine. Diese verwandeln, nach anfänglichen Differenzen, Tom Popper in einen liebevollen Familienmenschen und sein Luxusappartement in eine Pinguin-Aufzuchtstation.

Logisch, dass die Revierkämpfe zwischen Popper und seinen neuen Mitbewohnern dem Kinozuschauer den ein oder anderen Lacher entlocken. Der vergeht jedoch schnell, sobald die computeranimierten Pinguine zum Einsatz kommen. Diese wirken derart unecht, dass sie eine echte Beleidigung fürs Auge sind. Der negative Höhepunkt ist erreicht, als ein Pinguin mit Spielzeugflügeln von einem Hausdach direkt in das geöffnete Schiebedach eines Autos fliegt. Lustig ist das nicht, sondern nur lächerlich.

Nicht einmal Jim Carrey kann total vorhersehbare Story aufbrechen und ihr eine witzige Wendung geben. Denn vom einstmals chaotischen Detektiv, mit der schrägen Gesichtsakrobatik, fehlt in diesem Film jede Spur. Deshalb sollten sich nur absolute Hardcore-Fans von Jim Carrey diesen Film antun. Alle anderen gehen besser in die Zoo, um dort echte Pinguine zu sehen.

Von Benjamin Seebach

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