Mo Asumang: Nazis verletzen mich nicht mehr

Mo Asumang
Mo Asumang © Cover Media

Mo Asumang (50) hofft, dass jeder Mensch ein gesundes Selbstbewusstsein aufbaut, um sich von anderen Meinungen nicht verbiegen zu lassen.

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Früher war das anders

Die Moderatorin ('liebe sünde') geht mit ihrer TV-Dokumentation 'Die Arier' auf Konfrontationskurs und traf sich für sie sogar mit Anhängern des Ku-Klux-Klan. Hassparolen und Co. können der Powerfrau mittlerweile ohnehin nichts mehr anhaben - und genau diese Einstellung möchte sie auch anderen vermitteln. "Ich würde mir für jeden Mensch wünschen, dass er ein echtes Selbstbewusstsein hat. Ich glaube, das ist das Wichtigste, das man sich im Laufe seines Lebens aneignen kann. Offensichtlich haben die Rechtsextremisten und Rassisten kein echtes Selbstbewusstsein. Sie wälzen ihre eigenen Probleme auf andere ab - und das ist nicht die feine Art", meinte sie im Gespräch mit 'Planet Interview'. Deshalb konfrontierte Asumang die Rassisten mit dem vermeintlichen Feindbild und ging auch bei Nazi-Demonstrationen direkt auf die Leute zu. Zunächst prallten die Anfeindungen in den Interviews, die sie für den Film geführt hat, aber nicht von der in Kassel geborenen Fernsehmoderatorin ab: "Das ist ganz schwer, weil es mich als Person im Herzen trifft und sehr wehtut. Andererseits bin ich aber auch Regisseurin und habe einen Auftrag. Ich möchte der Welt da draußen zeigen, wie Rassismus funktioniert. Ich muss da durch."

Es ist schon das zweite Mal für die Fernsehfrau, dass sie sich in einer Dokumentation mit dem Thema Rassismus auseinandersetzt. Für ihr Film-Debüt 'Roots Germania', bei dem sie auch das Drehbuch schrieb und Regie führte, forschte sie nach ihrer Identität als schwarze Deutsche. Der Film wurde später sogar mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Auslöser für das Werk war eine Morddrohung, die sie vor Jahren von einer Neonazi-Band erhielt. Dagegen musste sich Asumang einfach wehren, wie sie im Gespräch mit 'ZDF' klarstellte: "Bei 'Roots Germania' war es weniger Wut, als vielmehr Verzweiflung und das Empfinden: 'Jetzt reicht es, ich muss etwas unternehmen!' … Ich habe mich der Szenerie einfach als normaler Mensch genähert, der etwas beobachtet und Fragen stellt. In 'Roots Germania' musste ich noch mit der Angst ringen, mittlerweile konnte ich sie ablegen."

Heute Abend um 23.55 Uhr läuft im ZDF nun die zweite Dokumentation von Mo Asumang: 'Die Arier'.

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