Mo Asumang: Im Kampf gegen Rassismus

Mo Asumang
Mo Asumang © Cover Media

Mo Asumang (50) hat sich für ihre Doku 'Die Arier' selbst in Gefahr begeben.

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Sie sieht nicht weg

Die Moderatorin ('liebe sünde'), deren Vater aus Ghana stammt, sprach mit Neonazis und hat sich auch mit Ku-Klux-Klan-Anhängern getroffen. Ganz bewusst suchte sie den direkten Austausch. "Wenn ich die Rassisten und Nazis mit meiner Person, ihrem vermeintlichen Feindbild konfrontiere, verunsichert sie das, und sie haben auf einmal Schwierigkeiten, ihre Ideologie umzusetzen und kommen ins Trudeln", erklärte sie im 'Bild'-Interview. So sei sie beispielsweise bei Nazi-Veranstaltungen einfach zu den Demonstranten hin gegangen. Natürlich wurden sie und ihre Kameraleute nicht mit offenen Armen empfangen: "Sie haben meinem Kameramann die Kamera ins Gesicht gestoßen, haben Bier über ihn ausschüttet. Mich haben sie beschimpft." [...] "Das ist grauenvoll und tut total weh. Aber ich habe dieses Gefühl weg gelächelt und weitergefilmt. Man muss sanft mit Nazis umgehen, denn wenn man die böse ansieht, rennen sie weg."

Doch warum tut sie sich das überhaupt an? Im Interview mit der 'Berliner Morgenpost' erklärte die gebürtige Kasselerin: "Der Zuschauer identifiziert sich beim Film immer mit dem Protagonisten. Das hat aber einen ganz anderen Effekt, wenn es in einem Dokumentarfilm darum geht, Rassisten zu treffen. Der Zuschauer identifiziert sich mit mir als Afrodeutsche und spürt am eigenen Leib, wie es ist, Rassismus zu erfahren. Sie haben Recht: Sonst schaut man gerne weg. Das kann man in diesem Fall aber nicht."

Für die Powerfrau ist Ausländerfeindlichkeit nichts Neues. "Ich wurde schon mit Rassismus konfrontiert, seit ich in Berlin Taxi gefahren bin. Und ich bin seit vielen Jahren in Schulen unterwegs, um Aufklärungsarbeit zu dem Thema zu machen." Die Dreharbeiten waren für die hübsche Moderatorin trotzdem alles andere als ein Zuckerschlecken. "Ich konnte kein einziges Interview vorab vorbereiten. Ich war überrascht von jedem einzelnen Satz, der da fiel. Da reagiert man einfach anders, da muss man taktieren und sich überlegen, wie man so ein Interview durchsteht. Die packen das ja nicht, mit ihrem Feindbild rumzustehen und zu plaudern. Die haben die Tendenz, kurz was zu sagen und dann abzuhauen. Da musste man einfach nachhaken." Und das tat sie und verlor ihr großes Ziel dabei nie aus den Augen. "Ich habe wirklich das große Bedürfnis herauszufinden, wie man Rassismus auflöst. Das muss doch irgendwann mal ein Ende nehmen, das kann ja nicht angehen, dass es immer so weiter geht mit den Nazis. Es gibt mir auch Kraft, da weiterzumachen. So dass ich auch Anfeindungen abprallen lassen kann."

Den Dokumentarfilm 'Die Arier' können mit Mo Asumang können die Zuschauer am nächsten Dienstag um 22.15 Uhr auf arte und am 5.5. um 23.55 Uhr im ZDF sehen.

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