'Mitternachtszirkus': Salma Hayek mit noch mehr Damenbart

'Mitternachstzirkus': Haarige Lady Wolfsmenschen, Gestaltwandler und allerhand andere seltsame Kreaturen

'Mitternachtszirkus': Salma Hayek mit noch mehr Damenbart
© AUTOIMPORT

Die schöne Mexikanerin Salma Hayek hatte schon in „Frida“ kein Problem sich mit Damenbart und zusammengewachsenen Augenbrauen zu zeigen. In „Mitternachtszirkus“ legt sie noch einen drauf. Als exotische Seherin Madame Truska wächst ihr regelmäßig ein Vollbart – brrh! Da möchte man die Beinbehaarung gar nicht sehen. Aber verglichen mit den anderen Freaks im neuen Film von Paul Weitz („Der goldene Kompass“) ist sie fast noch die normalste.

Im Mitternachtszirkus tummeln sich neben der haarigen Lady Wolfsmenschen, Gestaltwandler und allerhand andere seltsame Kreaturen. Dorthin verschlägt es den 14-jährigen Darren (Chris Massoglia) und seinen besten Freund Steve (Josh Hutcherson). Während Steve wohl zuviel „Twilight“ gelesen hat und davon träumt, selbst zum Blutsauger zu werden, wird ausgerechnet der brave Darren vom Vampir und Spinnenbeschwörer Larten Crepsley (John C. Reilly) zu einem „Halb-Untoten“ gemacht.

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Düstere Vampirkomödie

'Mitternachtszirkus': Salma Hayek mit noch mehr Damenbart
© Photo Credit: David Lee / Universal Pictures

Er muss seine Familie verlassen, sprich: sich zu Grabe tragen lassen und fortan mit den schrägen Vögeln leben. Das gibt natürlich Probleme: mit dem besten Freund und im Zirkus, weil Darren aus Versehen feindliche Vampire auf den Plan ruft. Sie verstehen schon: Hardcore-Vampire-Fans, und von denen gibt es viele, seit Robert Pattinson als leichenblasser Vampirschönling Edward Cullen über die Leinwand schleicht, werden den Film als Chronistenpflicht ansehen. Wenn Sie „New Moon“ blöd fanden, ist dieser Film vielleicht trotzdem was für Sie, denn immerhin macht er sich über das Genre lustig. Ein bisschen zumindest.

Mehr Biss hätte es getrost sein dürfen in dieser düsteren Vampirkomödie, die ihre Inspiration in der Buchserie von Darren Shan fand. Die Geschichte ist ein wenig dünn, die beiden jugendlichen Hauptdarsteller verglichen mit Pattinson & Co ziemlich farblos, und das Potenzial der schrägen Figuren aus der Mitternachts-Manege wird nicht im Ansatz ausgeschöpft. Ihre besonderen Fähigkeiten werden kaum in die Handlung eingebunden wie etwa in den „X-Men“-Filmen.

Das ist sehr schade angesichts der zahlreichen Special Effects, die zur Einführung des Personals eingesetzt werden, und angesichts des begeisterten Spiels von John C. Reilly, der als abgeklärter Vampir-Veteran eine schaurig-schräge Performance gibt. So ist Salma Hayek als ironische Vereinigung ihrer „Frida“-Rolle und ihres Schlangentanzes als Vampirfrau in „From Dusk Till Dawn“ eines der wenigen Highlights dieser eher unspektakulären Freakshow.

Von Mireilla Zirpins

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