Mit Kid Rock abends auf ein Bier? Kein Problem!

Mit Kid Rock abends auf ein Bier? Kein Problem!

Ein Bad Boy ganz charmant und ehrlich

Wenn man den Namen Kid Rock erwähnt, fällt vielen spontan der typisch amerikanische Macho ein, der eine gewisse Dame mit rotem Badeanzug einmal näher gekannt hat. Beschäftigt man sich näher mit ihm, stellt man erstaunt fest, das der Mann richtig gute Musik machen kann und von Bass bis Schlagzeug sämtliche Instrumente aus dem Effeff beherrscht. Den Beweis bringt Kid Rock mit seinem neuen Album „Born Free“, das mit ohrwurmartigem Southern Rock überrascht und bei uns am 12. November erscheint.

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Was ist dran an dem Kerl, dem in den USA alle Frauen zu Füßen liegen? Wir wollten das genau wissen und haben den Mann getroffen, vor dem die meisten Eltern ihre Töchter wohl gerne verstecken würden.

Von Nicole Feybert

Wie willst du genannt werden? Kid Rock? Robert? Mr. Richie?

KR: Kid Rock, Robert, Bob, Bobby… davon kannst du dir gerne was aussuchen.

Okay Bobby, erzähl uns was zu deinem neuen Album! Was können deine Fans erwarten?

KR: Es ist ein sehr klassisches Rockalbum, mit R’n’B-Einflüssen und Country. Ich habe es mit meinem Freund Rick Rubin aufgenommen und wir haben uns sehr aufs Songwriting fokussiert. Heutzutage besteht vieles nur noch aus Beats, und der eigentliche Song wird mehr und mehr vernachlässigt. Ich bin nicht mehr so sehr vom Hip Hop beeinflusst, obwohl das meine eigentlichen musikalischen Wurzeln sind. Manches mag ich, ich höre Jay-Z, auch Eminem ist gut, aber vieles ist für mich inzwischen einfach nur noch schlechte Popmusik geworden.

Man vermisst allerdings etwas typisches: den „Parental Advisory“ Sticker! Was ist passiert? Keine F-Wörter?

KR: (grinst) Ja, zum ersten Mal…. Das war noch nicht mal bewusst so gemacht, dass wir gesagt haben „oh, dieses Mal fluchen wir aber nicht in den Songs“. Wir haben einfach drauf losgeschrieben. Ich hab das erst zum Schluss gemerkt, als man mir sagte „Weißt du, dass wir noch nicht mal einen Sticker da drauf machen müssen?“ Und ich: „Nee, ehrlich?“ Darüber hatte ich die ganze Zeit nicht nachgedacht.

Ist so ein Sticker Fluch oder Segen, wenn es ans Albumverkaufen geht?

KR: Ich glaube, dass es mittlerweile keinen Unterschied mehr macht. Am Anfang, mit den ganzen verrückten Hip Hop-Texten, schon. Da hieß es im Plattenladen: „Oh, da ist ein Sticker drauf, das nehmen wir! Da wird schön geflucht.“

Je verbotener, desto gefragter!

KR: Es macht die Musik nicht besser oder schlechter. Aber gerade in Amerika ist das ziemlich verrückt. Du kannst quasi eine Pistole im Supermarkt kaufen, einfach vom Regal weg. Aber fluchen darfst du auf deinem Album nicht.

"Ich möchte kein Drama mehr in meinem Leben"

Mit Kid Rock abends auf ein Bier? Kein Problem!

Ihr habt das in Los Angeles aufgenommen, dort hast du ja einige Zeit gelebt?

KR: Ja, aber nur ein paar Monate.

Warum bist zu zurück nach Detroit gezogen?

KR: In erster Linie meinem Sohn zuliebe. Ich habe ihn in einer Kleinstadt großgezogen, da, wo ich auch aufgewachsen bin. Bei meinen Freunden und meiner Familie. An seinem ersten Schultag in Kalifornien habe ich ihn abgeholt, und: kompletter Kulturschock! Ich fragte ihn, wie es war, und er antwortete: „Das war echt scheiße da. Alle diese Kids hier nehmen Drogen und fahren Skateboard.“ Ich schaute ihn an und meinte „Bleib bloß von den verdammten Skateboards weg.“ (grinst)

Gefällt auch Dir L.A. nicht?

KR: Naja, weißt du, ich habe eine Menge in meinem Leben gesehen, jede Menge hübscher Girls gehen für ihre Träume nach L.A. - wollen Schauspielerinnen und Models werden. Und wo immer hübsche Mädchen im Rudel auftauchen, zieht das jede Menge von Idioten aus der ganzen Welt an, alle möglichen Mistkerle, (wir mussten hier zensieren) und Ausbeuter tauchen plötzlich dort auf und versuchen, das auszunutzen. Das gefällt mir nicht.

Dein bislang größer Erfolg in Deutschland war „All Summer Long“… wie viel von dem Text einer vergangenen Sommerliebe ist persönlich?

KR: Manches ist sehr persönlich, manches habe ich aus meinem Umfeld mitbekommen. Weißt du, es sind diese Erfahrungen des Erwachsenwerdens. Zeit am See zu verbringen, sich zum ersten Mal zu verlieben. Ich habe von Michigan gesungen, weil ich da herkomme und ich da einen Bezug zu habe, aber jeder kennt so was: Sommer, Unbeschwertheit, diese eine besondere Person, und wie viel einem das bedeutet hat. Dieses Gefühl, das man später nie mehr im Leben wiederbekommt, wenn du erstmal älter wirst und Beziehungen durchmachst. Diese Sommer als Teenager waren das Größte, und ich habe versucht, das in diesem Song auszudrücken.

Stichwort Liebe… bist du Single?

KR: Hm… ja, grundsätzlich schon…

„Grundsätzlich“??

KR: (wird ernst und überlegt kurz) Ich bin an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich kein Drama haben möchte. Weißt du, was ich meine? Es gibt da jemand in Michigan, aber das ist eher so eine Art…. lockere Beziehung. Einfach ohne Drama, ohne dieses ständige „Wo bist du? Wann kommst du nach Hause?“

Also keine Pläne für Mrs. Kid Rock – Richie?

KR: No! Keine!

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