Milow: "From North to South Live"

"From North to South live"
Neues Live-Album von Milow © JORIS BULCKENS//JOKKO.BE//049435, Joris Bulckens

Musik ist das Leben, nicht einfach nur ein Job

Der Belgier Jonathan Vandenbroeck ist wohl besser bekannt unter seinem Bühnennamen Milow. Längst ist er zu einem Synonym für eine charismatische Stimme, unwiderstehliche Melodiebögen und einfallsreiche Arrangements geworden. Kaum jemand ist so häufig auf Konzert-Bühnen zu erleben wie Milow, ein Garant für Gold- und Platinauszeichnungen. Seine Shows sind so intensiv, dass sich das Publikum noch Tage später im Bann der Faszination befindet. Nicht zufällig hat Milow nach zwei Studio-Alben sein erstes Live-Album „Maybe Next Year“ vorgelegt. Mit „From North To South Live“ ist nun bereits die nächste live eingespielte Platte am Start. Für zwei Live-Alben brauchen andere Künstler 40 Jahre. „Ich mag es einfach, meine Lieder live zu singen“, freut sich Milow, „purer kann die Seelenkraft der Lieder nicht sein und die Reaktionen der Zuhörer nicht unmittelbarer. Deshalb liebe ich es, sie auch live auf CD zu bannen.“

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Live-Kick und Seelentiefe

"From North to South live"
Milow: "From North to South live"

Diese Liebe zur Live-Welt ist im eigenen Erleben von Milow zu suchen. „Meine wichtigsten Platten in meinem Schrank sind Live-Alben“, blickt er zurück. „Meine Lieblingskünstler habe durch sie entdeckt. Neil Young etwa oder Bruce Springsteen. Den habe ich erst dann wirklich verstanden, als ich seine Live-Alben hören konnte.“ Diese Hör-Erfahrungen sind für Milow so nachhaltig, dass er sein künstlerisches Schaffen darauf abstellt. Kein Lied hat eine Chance auf eine Platte genommen zu werden, wenn es nicht nach Strich und Faden einem Livetest unterzogen wurde. „Kaum, dass ich ein Stück geschrieben habe, will es raus auf die Bühne, es will die einzigartige Stimmung, die Eindrücke, Gefühle und Emotionen spüren“, erzählt er. „Du kannst so viel aus der Reaktion des Publikums lernen. Anschließend arrangiere ich es zu Ende und nehme es dann auf.“ Diese Art zu schreiben, ist für Milow keine Anbiederung an das Publikum oder eine Suche nach hitverdächtigen Nummern. Er will einen Dialog führen. Einen, der gleichzeitig mit dem Stück und dem Publikum stattfindet. Einen, der den Liedern erst wirkliches Leben einhaucht, der sie wachsen lässt und ihnen exakt das gibt, was ein Stück richtig groß macht: Seelentiefe. So hat Milow zwischen Oktober und Dezember 2011 über 50 dieser kommunikativen Veranstaltungen mitschneiden lassen und dann erstmal beiseite gelegt. „Ich wollte mich nicht sofort mit dem Material beschäftigen“, lässt Milow verlauten. „Ich brauchte ein wenig Abstand und war anschließend überwältigt, was ich da zu hören bekam. Ich hatte echte Schwierigkeiten, meine Lieblingstitel auszuwählen. Das Publikum hat geklatscht, getobt und aus voller Kehle mitgesungen. Sie waren fast wie ein zusätzlicher Musiker.“ Und das will etwas heißen; denn seine starke langjährige Band blüht bei jedem leidenschaftlichen Zusammenspiel auf`s Neue förmlich auf. So sind auf dem neuen Album dann folgerichtig auch Milow, seine Band, aber auch lautstark das Publikum zu hören. „Ich hasse diese Live-Alben, die so clean und sauber sind, dass das Publikum nicht mal ansatzweise zu hören ist. Bei mir hat das Publikum größten Anteil am Konzert und ist deshalb auch genau in diesem Maße auf der CD zu hören.“

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