Hollywood Blog by Jessica Mazur

Miley Cyrus gegen Mindestlohn in Hollywood. Oder doch nicht?

Miley Cyrus gegen Mindestlohn in Hollywood. Oder doch nicht?
Miley Cyrus gegen Mindestlohn in Hollywood. Oder doch nicht? © Bildquelle: Jessica Mazur

von Jessica Mazur

Ich war heute Vormittag mit meiner Tochter bei Pink Dot, einem kleinen Supermarkt am Sunset Boulevard. Nach unserem Einkauf auf dem Weg zum Auto meinte meine Tochter plötzlich: „Mama, hat das Mädchen aua?“ und zeigte nach oben. Und wer prangte da über unseren Köpfen? Miley Cyrus. Auf einem großen gelben Billboard. Wie (fast) immer mit heraus gestreckter Zunge und zusammengekniffenem Auge. Daneben stand in großen Buchstaben: „Why is Miley Cyrus so twerked off?“ Ja, das würde ich auch gerne mal wissen. Und warum mitten auf dem Sunset? Wie sich herausstellte hat das Ganze einen politischen Hintergrund. Das Billboard ist nämlich Werbung für die Webseite BadIdeaCA.com, die dagegen angehen will, dass in Kalifornien der Stundenlohn auf neun Dollar angehoben wurde. Ja, richtig gelesen, neun Dollar. Das sind umgerechnet in etwa 6.60 Euro. Und Miley Cyrus glaubt tatsächlich, das sei zu viel?

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Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Denn es heißt, dass Miley gar keine Ahnung hat, dass ihr Antlitz derzeit für eine politische Kampagne genutzt wird. Schwer zu glauben, denn das riesige gelbe Billboard am Sunset Boulevard mitten in West Hollywood kann man kaum übersehen. Insbesondere da es sich genau auf dem Weg von Mileys Haus in Studio City zu Hollywoods angesagtesten Clubs wie dem 1Oak befindet, die Miss Miley regelmäßig aufsucht. Naja, vielleicht sind 6.60 Euro ja wirklich der Grund, warum Miley Cyrus „twerked off“ ist. Irgendeinen Hintergrund muss das ständige Grimasse-Ziehen ja haben.

Wer sich jetzt wundert, dass es in LA – der Stadt der Schönen und Reichen - tatsächlich viele Leute gibt, die für nicht mal sieben Dollar die Stunde arbeiten müssen, denen sei gesagt: es gibt hier natürlich auch das andere Extrem. So beschäftigt eine gut betuchte Bekannte von mir gerade eine Night Nurse für ihr neugeborenes Baby. Die Frau kümmert sich von abends 17.00 Uhr bis morgens 09.00 Uhr um das Kind und sorgt so dafür, dass die Eltern durchschlafen können. Was sie dafür bekommt? 4.000 Dollar die Woche! Das sind umgerechnet 50 Dollar die Stunde!! Wahnsinn! Vielleicht sollte mal jemand eine Anzeigenkampagne starten gegen Leute, die bereit sind 50 Dollar die Stunde zu bezahlen, nur um nachts ihre Kinder nicht sehen zu müssen... Das „twerked“ mich ja schon ein bisschen „off“ ;)

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur.

Miley Cyrus gegen Mindestlohn in Hollywood. Oder doch nicht?
© Bild: Jessica Mazur