Michael Sam: NFL-Club verpflichtet homosexuellen Profi

Michael Sam NFL Football St. Louis Rams
Footballer Michael Sam ist der erste offen homosexuelle Profi der NFL.

Michael Sam sorgt für Revolution in der NFL

In der Testosteron-Welt des American Football war offene Homosexualität bislang nicht existent. Nun hat das Team St. Louis Rams mit Michael Sam den ersten bekennenden Schwulen in der NFL-Geschichte verpflichtet. Ein Schritt, der im Internet Jubelstürme auslöste - und dem sogar US-Präsident Obama seinen Respekt zollte.

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Darauf haben die sechs Kamerateams im Wohnzimmer von Michael Sam (hier links im Bild) stundenlang gewartet: Das Handy des 24-Jährigen klingelt, der 116-kg-Mann schluchzt, fängt dann ungehemmt an zu weinen. Um 0:51 Uhr Ostküstenzeit ist es Gewissheit: Sam hat es als erster bekennender Homosexueller in den Kader eines Clubs aus der National Football League (NFL) geschafft.

Obwohl er bei der alljährlichen Talente-Lotterie, dem sogenannten Draft, erst in der siebten Runde als 249. von 256 ausgewählt worden war, gab sich Sam nach der Erlösung ganz cool: "Bei jedem Team, das mich nicht genommen hat, habe ich mir überlegt, wie ich ihren Quarterback umreiße."

Obama gratuliert Sam zum NFL-Draft

Dass Sam, der im Februar sein Coming-out hatte, auf den letzten Drücker verpflichtet wurde, muss aber nicht unbedingt auf Homophobie hindeuten. Bereits vor dem Draft wurde seine Berufung von vielen Experten nicht vor der sechsten Runde erwartet, weil er mit 1,88 Metern zu den kleineren Spielern auf der Position des Defensive End gehört. Trotzdem ist Sam der Mann der Stunde. "Wow. Was für ein Tag. Auf Wolke Sieben. So stolz und glücklich", twitterte der 24-Jährige. Dazu postete er ein Foto von sich und seinem Freund - offensichtlich kurz nach einer Tortenschlacht aufgenommen.

Vor allem bei Twitter gab es einen wahren Sympathiesturm. TV-Moderatorin Ellen DeGeneres, die selbst heterosexuell ist, erklärte: "Ich bin so stolz auf die St. Louis Rams. Sie zeigen, dass es nichts gibt, wovor man sich fürchten muss." Unzählige Fans nannten den Kuss zwischen Sam und seinem Lebensgefährten "einen großen Moment für unser Land."

Aus der Masse stach Barack Obama heraus. Der US-Präsident gratulierte Sam am Telefon und in einem offiziellen Statement "den Rams und der NFL, heute einen großen Schritt für die Entwicklung unserer Nation" gemacht zu haben. Auch Jason Collins, erster bekennender Homosexueller in der Basketballliga NBA für die Brooklyn Nets, zeigte seinen Stolz: "Es ist ein großer Tag für Michael und die Rams. Seine Homosexualität kann und wird Normalität werden, wenn die erste Welle sich gelegt hat."

Foto: Twitter/ Michael Sam

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