Michael Nast: Wie ist es als männliche Carrie Bradshaw?

Michael Nast: Wie ist es als männliche Carrie Bradshaw?
Michael Nast sorgt gerade mit "Generation Beziehungsunfähig" für Aufsehen © Vivian Saleh

"Es ist unfassbar! Mehr als EINE MILLION Menschen haben meine neue Kolumne innerhalb einer Woche gelesen, diskutiert, sich darin wiedergefunden, darüber gestritten, geliebt und gehasst...", schreibt Autor Michael Nast auf seiner Facebook-Seite. Inzwischen dürften noch einige Leser hinzugekommen sein. Gemeint ist sein Text "Generation Beziehungsunfähig", mit dem der Berliner gerade für Aufsehen sorgt.

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Der Autor über "Sex and the City" und Groupies

Darin geht es um den Selbstoptimierungs- und Perfektionswahn der heutigen Zeit, der selbst vor Partnerschaften nicht haltmacht. "Die Beziehungs- und Bindungsunfähigkeit, von der heutzutage so viel geredet wird, ist nichts anderes als das Streben nach universeller Selbstverwirklichung, nach vermeintlicher Perfektion. Man weiß einfach, dass es irgendwo noch jemanden gibt, der besser zu einem passt, der das eigene Leben sinnvoller ergänzt", heißt es in dem Text. "Dadurch, dass ich den Leuten einen Spiegel vorhalte, reflektieren sie sich selbst. Und dann muss jeder sehen, was er für sich daraus macht", sagt Nast im Interview mit spot on news.

 

"Es gibt Groupies"

 

In Berlin ist der Autor ein richtiger Star, der auch auf der Straße erkannt wird: "Das fing nach dem ersten Buch an, bei dem ich auf dem Cover zu sehen bin", erzählt er. "Wenn ich abends unterwegs war, kamen mir Frauen auf der Straße entgegen und haben mein Buch aus ihrer Tasche geholt - das trugen die als Accessoire mit sich rum." In seinem ersten Buch, "Der bessere Berliner: Großstadtgeschichten", gibt es sogar einen Text, der "Groupies" heißt. "Und ja, es gibt sie auch im wahren Leben", so der Autor. "Berlin ist da wohl einfach anders. Zu meinen Lesungen sind auch schon immer um die 700 Leute gekommen. Und jetzt schwappt das auch in den Rest der Republik."

 

Die "männliche Version von Carrie Bradshaw"

 

Und was hält Nast, der schon als "männliche Version von Carrie Bradshaw" bezeichnet wurde, von dem Vergleich mit "Sex and the City"? "Das hat die 'Berliner Morgenpost' aufgebracht und tatsächlich fanden das ganz viele Leute passend", verrät er. "Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich davor von 'Sex and the City' vielleicht eine halbe Folge gesehen hatte. Danach habe ich natürlich mal ausführlicher reingeschaut."

 

Lesung mit Oliver Korittke - und bald im Kino?

 

Bald kann man auch bei Nast persönlich reinschauen, er geht auf Lese- und Konzerttour mit der Band Bonaparte: "Im Oktober gibt es drei Termine in Hamburg, Berlin und Leipzig. Das Ganze heißt 'Unter Freunden': Zuerst lese ich zusammen mit einem geheimen Partner aus meinem Buch 'Ist das Liebe, oder kann das weg?'. In Hamburg ist zum Beispiel Oliver Korittke dabei. Anschließend spielt die Band. Wir haben auch schon Anfragen aus der Schweiz und überlegen, ob wir noch nach Köln und München kommen", berichtet der Berliner Schriftsteller.

Zudem sitzt er gerade an einigen anderen Projekten, unter anderem soll bald ein weiteres Werk erscheinen: "In meinem neuen Buch gehe ich ganz nah an mich selbst ran, beleuchte meine eigenen Abgründe. Es geht wieder um Beziehungen, die Story wird aber ganz anders. Dann habe ich im vergangenen Jahr an einer Miniserie gearbeitet, eher etwas Tragikomisches." Und auch die große Leinwand nimmt er in Angriff: Im Moment sitze er mit einem Drehbuchautor zusammen, so Nast - "es geht um die Verfilmung zu 'Ist das Liebe, oder kann das weg?'. Geplant ist ein Kinofilm mit meinem Freund Frederick Lau in der Hauptrolle. Der Film soll aber anders heißen und wir haben uns eine tolle Story drum herum ausgedacht. Das Projekt steht aber noch ganz am Anfang."

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