Hollywood Blog by Jessica Mazur

Michael Jacksons Trauerfeier

Michael Jacksons Trauerfeier
Michael Jacksons Trauerfeier

von Jessica Mazur

Wenige Stunden vor Michael Jacksons Trauerfeier in Downtown, Los Angeles gibt es hier vor Ort kein anderes Thema mehr. Dutzende von Übertragungswagen, Reportern und TV-Moderatoren haben bereits vor dem Staples Center Stellung bezogen und amerikanische Entertainment-Shows, wie 'Access Hollywood', 'The Insider' oder 'Extra!' berichten schon jetzt live von den Geschehnissen vor Ort. Selbst gestandene Journalisten erwähnen dabei immer wieder, dass die nationale und internationale Medienpräsenz, die rund um das Staples Center herrscht, alles bislang da gewesene übertrifft.

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Der genaue Ablauf der Jackson Gedenkfeier ist bislang noch nicht bekannt, aber fest steht, das Star-Aufgebot kann sich sehen lassen. Unter den Prominenten, die aktiv an der Trauerfeier teilnehmen werden, befinden sich u.a. Mariah Carey, Jennifer Hudson, Usher, Stevie Wonder, John Mayer, Lionel Richie, sowie die Basketball-Superstars Kobe Bryant und Magic Johnson.

Doch während sich Prominente, Medienvertreter und tausende von Fans auf die Trauerfeier vorbereiten, gibt es immer mehr Menschen hier in Los Angeles, bei denen die Stimmung langsam aber sicher umschlägt. Immer öfter kommt die Frage auf, ob der Hype um die Gedenkfeier, die in einigen Medien bereits als "die größte Show auf Erden" oder "die größte Party aller Zeiten" beschrieben wird, wirklich in Jacksons Sinne gewesen wäre. Eine dieser Kritikerinnen ist keine geringe, als Michaels enge Freundin Elizabeth Taylor. Die ließ nämlich einen Tag vor der Trauerfeier durch ihren Twitter-Account verlauten: "Ich wurde gefragt, ob ich im Staples Center sprechen würde. Ich kann nicht Teil dieses öffentlichen Tamtams sein. (...) Ich glaube einfach nicht, dass Michael es wollen würde, dass ich meine Trauer mit Millionen anderen teile. Was ich fühle ist zwischen uns. Kein öffentliches Event. Ich habe gesagt, dass ich nicht zum Staples Center gehen werde und dass ich ganz sicher kein Teil der Veranstaltung sein will. Dafür liebe ich ihn zu sehr." Klare Worte von der Hollywood-Diva.

Ein anderer Kritikpunkt, der bei den Los Angelitos immer häufiger zu hören ist, ist die Frage: Wer zahlt das eigentlich alles? Wer kommt für die circa 1500 Polizisten auf, die am Dienstag rund um das Staples Center im Einsatz sein werden? Wer zahlt die Rettungssanitäter, die in großer Anzahl Gewehr bei Fuß stehen und wer die ganzen Arbeiter des 'Department of Public Works', die am Dienstag den Verkehr regeln, Straßen absperren und die Fans im Zaum halten? Kalifornien ist schließlich pleite. Da ist vielen klar, dass die 2,5 Millionen Dollar, die die Veranstaltung Experten zufolge kosten wird, am Ende also am Steuerzahler hängen bleiben.

Richtig sauer wurden einige Menschen hier deshalb auch, als bekannt wurde, dass die Jackson Familie gerade mal etwas über die Hälfte der Tickets für das Staples Center an die Öffentlichkeit herausgab. 11.000 Tickets konnten die Fans gewinnen, ganze 9.000(!) Tickets hielten Joe Jackson und Co. zurück, um sie an Familie, Freunde und andere Personen, die der Familie nahe stehen, zu verteilen. Genau genommen zahlen die Steuerzahler also nur zur Hälfte für ein öffentliches Event und zur anderen Hälfte für eine überdimensionale, halb-private Trauerfeier der Jackson-Familie. Klar, dass das einigen übel aufstößt...

Ich bin wirklich gespannt, was uns am Dienstagmorgen, 10.00 Uhr (Ortszeit) LA aus dem Staples Center erwartet und werde natürlich auch, wie Millionen anderer, vor dem Fernseher sitzen, während hier in den Staaten gleich sechs(!) große US-Sender den Event live übertragen. Michael Jacksons Trauerfeier: ein gelungener Abschied vom King of Pop oder einfach nur ein gigantisches Hollywood-Spektakel? Wir werden sehen...

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur.

 

Michael Jacksons Trauerfeier
© Bild: Jessica Mazur