Michael Fitz: "Mein Sohn sollte kein Kinderstar werden"

Michael Fitz: "Mein Sohn sollte kein Kinderstar werden"
Richard (Michael Fitz, l.) ist mit seinem Sohn Fernando (Emanuel Fitz, r.) nach Cornwall zurückgekehrt, um sich seiner Vergangenheit zu stellen © ZDF/Jon Ailes

Wieder hat ein Fitz die Künstlerlaufbahn eingeschlagen. Zu sehen ist das am Sonntag in "Rosamunde Pilcher: Liebe, Diebe, Diamanten" (22.11., 20.15 Uhr, ZDF). Für den Film standen Michael Fitz (57, "Marias letzte Reise") und sein Sohn Emanuel Fitz (*1992), der auch als MT MaTrutH Musik macht, erstmals gemeinsam vor der Kamera. Im Interview mit spot on news erklärt der stolze Papa, ob er die Berufswahl seines Sohnes gefördert hat. Außerdem verrät er, ob es eine Art Feuertaufe gibt, wenn wieder ein Fitz Künstler geworden ist.

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In einer Künstlerfamilie

Herr Fitz, standen Sie für "Rosamunde Pilcher: Liebe, Diebe, Diamanten" erstmals gemeinsam mit Ihrem Sohne Emanuel vor der Kamera?

Michael Fitz: Ja. Erstmals im selben Film zu sehen, waren wir aber schon 2013 in "Hattinger und die kalte Hand" (ZDF). Allerdings hatten wir damals keine gemeinsamen Spielszenen, standen also nicht gemeinsam vor der Kamera.


Wie war die Zusammenarbeit und wie war es, den Sohn dabei zu haben?

Fitz: Für mich war es eine totale Bereicherung. Ich habe es sehr genossen, vier Wochen so intensiv miteinander zu verbringen, auch weil wir im normalen Leben ja nicht mehr zusammen wohnen.


Emanuel hat sich für die Schauspielerei entschieden, geht aber nicht auf die Schauspielschule. Gibt's Privatunterricht vom Herrn Papa?

Fitz: Über konkrete Fragen unterhalten wir uns schon. Wir sprechen Szenen durch, üben Texte miteinander oder machen uns gegenseitig Verbesserungsvorschläge. Das macht man aber generell in unserem Beruf. Es gehört zum kollegialen Miteinander.


Haben Sie eine Schauspielschule besucht?

Fitz: Nein, ich habe auch keine besucht. Ich war zwar auf der Filmhochschule, weil ich damals in Richtung Regie wollte, was ja eine ganz andere Baustelle ist. Die habe ich allerdings nicht ganz fertig gemacht, weil so viele Angebote kamen, dass ich mich einfach entscheiden musste.


Haben Sie die künstlerische Laufbahn Ihres Sohnes gefördert oder war es Ihnen eher nicht so recht?

Fitz: Wir haben gar nichts gefördert, sondern immer nur beobachtet. Und wenn Emanuel sich irgendwas in dieser Richtung gewünscht hat, haben wir ihm einfach keine Steine in den Weg gelegt. Wir haben aber nie versucht, ihn irgendwo zu platzieren. Als ich in den 1990ern viel Serie gedreht habe, gab es Angebote, das Baby einzusetzen. Das wollte ich aber nicht. Er sollte kein Kinderstar werden, sondern später selbst entscheiden. Ich habe oft genug miterlebt, was aus Kindern beim Film wird, wenn ehrgeizige Eltern der Motor sind.


Wie haben Sie dann reagiert, als sein Berufswunsch feststand?

Fitz: Eine Zeit lang war das nicht klar, da wollte er beispielsweise Soziologie studieren. Dann hat es sich aber doch durchgesetzt, was mich ehrlich gesagt schon sehr stolz gemacht hat. Es sind halt die Gene, seine Mama ist ja auch Künstlerin, insofern wundert es mich nicht. Als ich ihn in der Schule in seiner ersten großen Hauptrolle "Des Teufels General" gesehen habe, hat es mich fast umgehauen: Er hat eine unglaubliche Bühnenpräsenz und ein unglaubliches Talent.


Was ist der wichtigste Rat, den Sie Ihrem Sohn mitgeben?

Fitz: Der allerwichtigste Rat gilt für alle Freiberufler wie uns: Bleib ruhig, entspann dich, es wird schon werden! Es ist wichtig, keine Existenzangst aufkommen zu lassen und wenn sie doch mal da ist, muss man damit eben umgehen können. Ansonsten kann ich nur raten, nicht erpressbar zu werden und sich nicht zu verkaufen. Viele Erfahrungen muss er aber einfach selbst machen. Bei mir war es ja auch so: Wenn ich die und die Erfahrungen nicht gemacht hätte, hätte ich den nächsten Schritt vielleicht auch nicht getan. Wenn man es auch noch so gerne möchte, die eine oder andere schlechte Erfahrung kann man seinem Kind nicht ersparen.


Warum arbeiten so viele aus der Großfamilie Fitz im künstlerischen Bereich?

Fitz: Verantwortlich dafür ist wohl der Großvater Hans Fitz (1891-1972). Der war wirklich ein Tausendsassa und hat alles gemacht, von Laute spielen über Gedichte vortragen, Abende veranstalten, Drehbücher schreiben, Literatur und Theaterstücke... Und jeweils ein kleines Stück davon hat er seinen Kindern und Kindeskindern weitergegeben. Daher taucht das immer wieder auf.


Gibt es eine Art Feuertaufe, wenn wieder ein Fitz Künstler geworden ist?

Fitz: Nein, sowas gibt es nicht. Die Generation meines Vaters hat aber das künstlerische Coming-out der jüngeren immer mit einem sehr kritischen Auge beobachtet. Zwischen den Generationen unserer Familie gab es viel Konkurrenz. Doch weil Konkurrenz bekanntlich das Geschäft belebt, war es gar nicht so schlecht. Viel ist aus einer Opposition heraus zur Generation davor entstanden. Heute ist das zum Glück nicht mehr so.


Wie darf man sich größere Familienfeiern bei der Familie Fitz vorstellen?

Fitz: Es gab eine Zeit, da haben wir das regelmäßig gemacht. Ich kann mich noch gut daran erinnern. Dann ist es ein bisschen eingeschlafen. Jetzt wäre wohl jemand aus meiner Generation dran, dieser Tradition wieder aufleben zu lassen.



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