Michael Douglas in seiner wohl verrücktesten Rolle

Michael Douglas in seiner wohl verrücktesten Rolle

Von Mireilla Zirpins

Es ist schon eine Weile her, dass Michael Douglas, einer der Superstars der Achtziger und Neunziger Jahre, große Erfolge feierte. Im zweiten Teil von „Basic Instinct“ nicht mitzumachen, war sicher eine clevere Entscheidung, hatte der Schauspieler sich doch kurz zuvor beschwert, dass ihm nach „Eine verhängnisvolle Affäre“ und „Der Rosenkrieg“ immer wieder die gleichen Rollen angeboten würden. Dass er nach kleineren Vater-Rollen in Streifen wie „Ich, du und der andere“ oder „Ein ungleiches Paar“ und dem eher unscheinbaren Thriller „The Sentinel“ auf der Suche nach etwas Abwechslung war, verwundert nicht. Doch dass seine Wahl auf „King Of California“ fiel, lässt darauf schließen, dass es an guten Angeboten mangelte.

Wieder spielt Michael Douglas einen Vater, aber immerhin kann er sich bei dieser wohl verrücktesten Rolle seiner Karriere nach Strich und Faden austoben. Denn diesmal werden die Rollen verkehrt: Evan Rachel Wood, die neue sehr junge Flamme von Skandalrocker Marilyn Manson, muss sich als Douglas’ Filmtochter Miranda mit gerade einmal 16 ganz allein durchschlagen, weil ihr Vater Charlie in der Klapse ist. Als er freigelassen wird, muss sie ihn mit ihrem armseligen McJob auch noch durchfüttern. Und ihr Erzeuger hat derweil nichts Besseres zu tun, als nach einem verschollenen Schatz aus dem 17. Jahrhundert zu suchen, den er ausgerechnet unter dem örtlichen Supermarkt vermutet.

- Anzeige -
Michael Douglas in seiner wohl verrücktesten Rolle

Während Evan Rachel Wood mit immer gleichem Gesichtsausdruck genervt hinter ihrem Papa dreinstapft und ihn zu erziehen versucht, gräbt sich Michael Douglas mit Schlabberklamotten und Zottelbart, die den Big Lebowski als gepflegten Typen erscheinen lassen, durch den Film und hat sichtlich Spaß dabei, den Irren zu geben. Es sei ihm gegönnt und es ist auch nicht annähernd so peinlich, wie der Trailer vermuten ließ. Nur mangelt es der manchmal an den Haaren herbeigezogenen Geschichte von Regiedebütant Michael Cahill leider an Höhepunkten und genug Einfällen für die gerade einmal 90 Minuten.

Der Konflikt zwischen Vater und Tochter wird darauf reduziert, dass sie ihn für einen Münchhausen hält, jedoch erkennen muss, dass in seinen aberwitzigen Erzählungen oft mehr als ein Fünkchen Wahrheit steckt. Tiefer geht die Story nicht. Dass man dem Film trotzdem mit einem gewissen Interesse folgt, liegt daran, dass er immerhin hübsch fotografiert ist und insgesamt nett und unaufdringlich daherkommt.

Gewartet hat auf diesen Streifen sicher niemand, aber Michael Douglas hatte ein bisschen Abwechslung von der Kinderbetreuung, während seine Gattin Catherine Zeta-Jones nach der Babypause wieder voll durchstartet. Soviel Belohnung muss sein für einen emanzipierten Mann. Da ist es nur gerecht, dass Mr. Douglas im Jahr 2008 in „Racing The Monsoon“ wieder an der Seite seiner Frau vor der Kamera stehen darf. Wir hoffen, da gibt sich der Drehbuchautor ein bisschen mehr Mühe mit dem Plot.

— ANZEIGE —