Mehr Action geht nicht: 'The Avengers' - Filmkritik

Hawkeye, Captain America und Black Widow
Die Avengers rotten sich zusammen © Ph: Zade Rosenthal

4 von 5 Punkten

‚Buffy‘-Regisseur Joss Whedon ruft zum Marvel-Gipfeltreffen, und die Superstars kommen alle: Robert Downey Jr., Scarlett Johansson, Jeremy Renner, Chris Evans und Chris Hemsworth, Gwyneth Paltrow und Samuel L. Jackson. Doch verderben zu viele Superhelden nicht den Brei?

- Anzeige -

Zugegeben, der Aufhänger des Action-Spektakels ist reichlich dünn: Ein Superschurke strebt mal eben nach der Weltherrschaft, und es bedarf die geballten Kräfte aller Marvel-Superhelden, um die Erde zu retten. Aber hat uns gestört, dass sämtliche Bond-Filme nach diesem Muster gestrickt sind? Na also. Der Bösewicht ist in diesem Fall ein alter Bekannter, nämlich Loki (begeistert als fiese Diva bei der Sache: der Brite Tom Hiddleston), der schon in ‚Thor‘ seinem Bruder (Chris Hemsworth) ganz schön zusetzte.

Diesmal hat Loki Verstärkung von einer Armee von Aliens und einer Superwaffe, also müssen Nick Fury (Samuel L. Jackson bekommt nach Cameos in ‚Thor‘, ‚Captain America‘ und ‚Iron Man‘ als Anführer der Organisation S.H.I.E.L.D. etwas mehr zu tun, wirkt aber unterfordert) und seine beiden Assistenten Agent Coulson (wie immer lustig als Mr. Everybody: Clark Gregg) und Maria Hill (was fürs Auge: Cobie Smulders aus ‚How I Met Your Mother‘) diesmal alles an Superhelden zusammentrommeln, was geht.

Viel Krawumm, viele Lacher

Mehr Action geht nicht: 'The Avengers' - Filmkritik

Glauben Sie aber bloß nicht, dass sich Superhelden mit übergroßen Egos wie Iron Man (Robert Downey Jr.) oder die kratzbürstige Black Widow (Scarlett Johansson) einfach so neben den anderen Latexanzugträgern einreihen und machen, was Nick Fury ihnen befiehlt. Aus dieser Spannung bezieht der Actionstreifen jede Menge Komik – vor allem durch Bruce Banner (Mark Ruffalo, der Edward Norton ablöst, erweist sich als absoluter Glücksgriff), den einzigen im Bunde, der überhaupt nicht mit Selbstbewusstsein gesegnet ist und erst als ‚Hulk‘ über sich hinauswächst.

So lassen die zahlreichen Lacher vergessen, dass die ganze Story ein bisschen an den Haaren herbeigezogen ist und die Aliens etwas gesichtslos daherkommen. Dazu ist das Actionspektakel derart gespickt mit Kampfszenen und erstklassigen 3D-Effekten, dass es den Zuschauer fast aus dem Sessel fegt und über zweieinviertel Stunden nie langweilig wird. Die Schauspieler sind zum größten Teil begeistert bei der Sache, und man sieht in jeder Szene, wie viele Stunts sie tatsächlich selbst gemacht haben. Ein Muss für jeden Marvel-Fan und auch eine Freude für Menschen, die noch nie von Captain America & Co gehört haben, auch wenn die nicht jeden Insider-Spaß verstehen werden.

Von Mireilla Zirpins

— ANZEIGE —