Mega-Hype um Foodporn - wie gelingt das perfekte Bild?

Mega-Hype um Foodporn - wie gelingt das perfekte Bild?
Auch für Star-Koch Ralf Zacherl ist die Präsentation seines Essens sehr wichtig © Imago, SpotOn

Auch Promi-Köche stehen drauf!

2016 war das Jahr des Foodporn - das perfekte In-Szene-Setzen von Gerichten findet immer mehr Anhänger auf sämtlichen Social-Media-Kanälen. Ursprünglich als reine Werbe-Fotografie erfunden, platzieren zahlreiche Hobby-Köche und natürlich auch viele Firmen immer häufiger ihre Produkte im modernen Look im Netz. Dabei ist immer mehr Natürlichkeit gefragt. Hilfsmittelchen, wie der berühmte Tropfen Klebstoff, der abperlendes Wasser auf der Tomate simulieren soll, sind dabei komplett out.

Gefragt sind hingegen tolle, kreative Gerichte, die auch optisch zur Geltung kommen. So präsentiert zum Beispiel der Online-Bestelldienst Lieferheld seine Ware in einem Foodporn-Blog auf seiner Homepage. Auch der Lebensmittel-Hersteller Maggi sucht mit seinem Kochstudio den Wandel vom Fertigsoßen-Hersteller hin zum kreativen Anbieter von modernen Rezepten und führt mittlerweile seine Gerichte im Foodporn-Look vor. Ebenso Edeka: Die Supermarktkette veröffentlicht per Youtube-Vlog zahlreiche Rezepte - natürlich im zeitgemäßen Gewand.

Das sagen die Promi-Köche dazu

Bei Promi-Köchen kommt dieser Trend positiv an, setzt man in der Sterne-Küche doch schon seit Jahrzehnten auf eine gute Präsentation. Ralf Zacherl (45, "Einfach kochen!") hat deswegen nichts dagegen, wenn sein Essen fotografiert wird: "Ich finde Telefonieren im Restaurant viel unschöner." Sein Kollege Mario Kotaska (43, "Street Food") sieht das ähnlich: "Wenn Fotos vom Essen geteilt werden, kann ich das nur begrüßen." Essen sei ein alltägliches Thema und gehöre zu Social Media dazu. Für die Köche sei dies sogar ein "Kompliment", und alles andere als lästig, findet Sybille Schönberger (39, ""Sky Masterchef").

Doch wie gelingt der perfekte Schnappschuss überhaupt? Reicht es, einfach das Smartphone zu zücken und drauflos zu knipsen? Mitnichten! Der korrekte Winkel, das perfekte Licht und ein sinnvoller Hintergrund sind das A und O. Hier erfahren Sie fünf Einsteiger-Tipps für eine perfekte Foodporn-Fotografie:

1. Der Hintergrund

Wichtig ist hierbei die korrekte Kontrastauswahl. Ein dunkler Teller auf einer dunklen Tischdecke kommt natürlich nicht so gut zur Geltung wie konträre Farben. Natürlich sollte man auch darauf achten, dass der Untergrund zum Essen passt. Ein herzhafter Schweinebraten auf einem Bambusblatt wirkt seltsam. Bei rustikalem Essen sollte auch die Peripherie auf Hausmannskost hindeuten.

2. Das Licht

Generell gilt für jegliche Art der Hobby-Fotografie: Natürliches Licht nutzen! Mit einem herkömmlichen Blitz auf einer herkömmlichen Kamera oder einem Smartphone werden Sie nie eine professionelle Ausleuchtung hinbekommen. Deswegen sollten Sie im wahrsten Sinne des Wortes die Sonne hineinlassen. Besser noch: Unter freiem Himmel, allerdings nicht mit direkter Sonneneinstrahlung um 12 Uhr mittags von oben. Besser die Sonnenstrahlen von hinten oder der Seite einfließen lassen.

3. Die Schnelligkeit

Ganz wichtig: Lassen Sie das Essen nicht lange stehen! Machen Sie sich also besser bereits vor dem Kochen Gedanken über das Foto. Je länger Essen steht, desto matter werden die Farben. Fleisch, Wurst oder Salat wirken auf Fotografien oft schon nach wenigen Minuten nicht mehr frisch. Bei gekochtem Gemüse behalten die Farben ebenfalls nur eine kurze Zeit ihren vollen Glanz.

4. Die richtige Menge

Das Essen sollte auf einem Bild in erster Linie schön aussehen, nicht satt machen. Deswegen raten Experten dazu, den Teller nicht zu überladen. Die Faustregel: Die Hälfte einer herkömmlichen Portion wirkt für das Auge am besten. Man sollte unbedingt den Teller, das Brett oder die Platten erkennen können. Überhäufte Portionen wirken immer unästhetisch.

5. Der korrekte Winkel

Im Prinzip hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man fotografiert den Teller aus der Vogelperspektive oder parallel zum Essen, quasi aus der Sicht des Speisenden. Obwohl immer noch viele auf die starr wirkenden Bilder von oben setzen, hat sich klar die zweite Variante durchgesetzt. Warum? Es verleiht dem Bild mehr Tiefe und wirkt realistischer. Außerdem kommt die Dekoration besser zur Geltung. Wenn man will, dass den Betrachtern das Wasser im Munde zusammenläuft, sollte man in jedem Fall den Winkel von schräg vorne wählen.

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