Meditative Wüstenmusik: M. Crafts Pianopop

Martin Craft
Mann am Piano mitten in der Wüste: Martin Craft. Foto: Label © DPA

Die Mojave-Wüste im Westen der USA hat schon viele Musiker zu großen Werken inspiriert, etwa U2 oder Queens Of The Stone Age. In diese Liga wird Martin Craft wohl nicht aufsteigen. Hörenswert ist sein meditativer Wüsten-Soundtrack aber allemal.

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"Die Stille rund um den Joshua Tree ist nicht von dieser Welt, extrem, fast unwirklich", erzählt der Mann aus dem australischen Canberra über seine Mojave-Auszeit. Er habe nach und nach natürliche Geräusche immer intensiver wahrgenommen, sie wurden für ihn zu einer ganz eigenen Klangkulisse. Das dabei entstehende Album ist hörbar von diesen elementaren Erfahrungen geprägt.

Mit einem 100 Jahre alten Klavier nahm Craft in wochenlanger Zurückgezogenheit zunächst unstrukturierte Piano-Improvisationen auf, die jetzt eine Basis bilden für die zehn Tracks von "Blood Moon" (Heavenly/Pias/Cooperative). Es sind Kopfkino-Klänge, die nicht selten an Filmmusik erinnern - verträumt, verweht, oft sehr melancholisch. Damit reiht sich der offiziell als M. Craft firmierende Singer-Songwriter ein bei anderen Pop-Eremiten wie Justin Vernon (Bon Iver), David Sylvian, Nick Drake, Sufjan Stevens oder Talk Talk.

"Ich hoffe, die Platte trägt den Hörer weit weg in die klare Nachtluft des Joshua Tree", wünscht sich der 40-Jährige. Auf diesen Trip lässt man sich gern ein. Zumal das dritte Craft-Werk mit dem Closer "Love Is All" eine der bezauberndsten Pianopop-Hymnen der letzten Jahre enthält. Schönes Album.


dpa
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