'Maze Runner' mit Dylan O'Brien und Kaya Scodelario: Tödlicher Überlebenskampf im Labyrinth

von
Maze Runner
Jeden Monat schicken 'die Schöpfer' einen weiteren Jugendlichen auf die Lichtung

3,5 von 5 Punkten

Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines Tages in einer dunklen, engen Box auf und können sich an nichts erinnern, außer an Ihren Namen. Die Box öffnet sich und ein Haufen unbekannter Gesichter starrt Sie an und heißt Sie an einem Ort willkommen, der schön und makaber zugleich ist: Eine Lichtung, die von einem riesigen Labyrinth umgeben wird. Und jetzt kommt der Clou: es gibt keinen Ausgang. Zudem wird der Irrgarten von Maschinengestalten bewacht, die alles andere als auf Kuschelkurs sind...

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von Natalie Achenbach

Das gerade beschriebene Szenario geschieht dem jungen Thomas (gespielt von Nachwuchsschauspieler Dylan O’Brien, ‚Prakti.com‘), der sich, umrundet von gedächtnislosen Gleichgesinnten, auf der mysteriösen Lichtung wiederfindet. Schnell wird Thomas klar, dass die Lichtung nicht einem harmonischen Bilderbuch entspringt, sondern ein Ort ist, an dem Leben und Tod Hand in Hand gehen. Neben den quälenden Fragen, wer für ihre Isolation auf der Lichtung verantwortlich ist und welcher Sinn hinter all dem steckt, machen den Jugendlichen die sogenannten ‚Griewer‘ das Leben schwer. Diese Maschinenmonster hausen im Labyrinth und sind mit rasiermesserscharfen Gliedmaßen ausgestattet, die perfekte Tötungswerkzeuge sind. Thomas schließt sich den Läufern an, die täglich das Labyrinth durchlaufen, um endlich den ersehnten Ausgang zu finden. Als plötzlich ein Mädchen(Kaya Scodelario, ‚Linda’s Child‘) auf der Lichtung auftaucht, verändert sich alles, denn sie scheint Thomas zu kennen…

Perfekt positioniert in der Booming-Zeit des Survival-Genres

Maze Runner
Noch niemand hat eine Nacht im tödlichen Labyrinth überlebt - bis Thomas kommt

Spätestens seit ‚Die Tribute von Panem‘ ist das Survival-Genre beliebter denn je. Menschen, die verzweifelt ums Überleben kämpfen, scheinen wahrlich ein Zuschauermagnet zu sein, denn ‚Maze Runner‘ landete direkt an der Spitze der amerikanischen Kinocharts. Der Senkrechtstart ist nicht unbegründet, denn storytechnisch bietet der Film einiges an Stoff, hüllt sich jedoch in einen geheimnisvollen Mantel. Fragen werden aufgeworfen, die erst nach und nach entschlüsselt werden. Hier fühlt man sich als Zuschauer ein wenig auf den Schlips getreten, denn es werden im Film nicht alle Fragen beantwortet, die so unter den Nägeln brennen und manche Beweggründe der Charaktere sind nur schwer nachvollziehbar. Um den Ball oben zu halten ist der Film allerdings so konzipiert, dass er auf den zweiten Teil hinarbeitet, in dem hoffentlich mehr Antworten gegeben werden.

Sehr authentisch wird inszeniert, wie sich Jugendliche in Isolation eine eigene, organisierte Gesellschaft aufbauen, in der sich sogar ganz neue Wörter der Jugendsprache entwickeln. Leider sind einige der Charaktere etwas blass um die Nase geraten, was aber an der Vielzahl der Figuren liegen mag. Optisch kann sich ‚Maze Runner‘ mehr als sehen lassen: Die imposant animierten Labyrinthwände wirken erdrückend und übermächtig, der düstere Grundton des Films herrscht auch im Bilde vor. Die Hetzjagden durchs Labyrinth wirken durch diese bildgewaltige Darstellung realistisch, sodass man vor allem mit dem Protagonisten Thomas mitfiebert und ihn mental mit ‚Lauf Thomas, lauf!“ anfeuern möchte. Wer ein Freund vom actiongeladenen und brutalen Survival-Genre ist und überraschende Auflösungen am Ende liebt, wird den Gang ins Kino auf jeden Fall nicht bereuen.

Kinostart: 16.10.2014

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