Matthias Reim verlor die Bodenhaftung

Matthias Reim verlor die Bodenhaftung
Matthias Reim © Cover Media

Matthias Reim (57) konnte mit seinem plötzlichen Erfolg nicht umgehen.

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"Niemand hat mich kritisiert"

1990 veröffentlichte der Sänger seinen ersten und bis heute größten Hit: 'Verdammt, ich lieb dich' stand vor 25 Jahren 16 Wochen an der Spitze der deutschen Charts, was für den damals noch völlig unbekannten Musiker zu krassen Veränderungen im Leben führte. "Das Ding ging ja auch nicht mehr runter von der 1. Im Sommer 1990 war Deutschland im WM-Rausch und im 'Verdammt, ich lieb dich'-Rausch", erinnerte er sich im Interview mit 'RP Online'. "Jeder hat es gehört, gesungen und gekauft. Wir hatten Verkaufszahlen von 60.000 bis 70.000. Pro Tag. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich Geld verdiene. Ist ja klar, dass man dann etwas verrückt wird."

Als er damals zum großen Teenie-Idol aufstieg, wurde das Leben für Reim schwierig. Da ihn auch niemand kritisierte, verlor er zum Teil die Bodenhaftung. "Irgendwann war ich tatsächlich der Meinung, dass jede Zeile und jeder Song, den ich schreibe, genial ist. Weil alle das genial finden. Das war ein unglaublicher Irrtum. Es gab niemanden, der mich kritisiert hat", bedauerte er, fügte aber hinzu, nie komplett abgehoben zu sein.

Noch heute ist 'Verdammt, ich lieb dich' beliebt und Matthias Reim erstaunlicherweise immer noch nicht genervt davon. "Nein, der Song ist für mich nie alt geworden", versicherte er im Gespräch mit dem 'Berliner Kurier'. "Wenn ich am Ende meiner Konzerte rauskomme und mit 'Ich ziehe durch die Straßen…' beginne, übernehmen sofort drei, vier Generationen lautstark das Regiment, singen ohne mich und gehen dann mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause. Und ich habe Tränen in den Augen. Das ist Gänsehaut pur, das ist Kult."

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