Martina Gedeck: Gewalt darf nicht regieren

Martina Gedeck
Martina Gedeck © Cover Media

Martina Gedeck (53) möchte die Zuschauer mit ihren Filmen bewegen.

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Jeder kann dazu beitragen

Die vielfach ausgezeichnete Darstellerin ('Das Leben der anderen') gilt als eine der wandlungsfähigsten Schauspielerinnen Deutschlands. Immer wieder spielt sie in Filmen mit, die relevante und zeitbezogene Themen behandeln. Heute Abend wird sie in der Rolle der Jugendrichterin Kirsten Heisig in 'Das Ende der Geduld' zu sehen sein, den die ARD im Rahmen ihrer 'Themenwoche zur Toleranz' ausstrahlt. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Kirsten Heisig (†49), die sich 2010 das Leben nahm.

Laut Gedeck ist ein Film entstanden, der etwas bewegen kann: "Ein Film wie der über Kirsten Heisig trägt auch dazu bei, er wirft Fragen auf und lässt den Zuschauer nicht kalt. Es ist ein Thema, das alle angeht, jeder kann etwas dazu beitragen, dass Gewalt nicht regiert", erklärte sie im 'Bild'-Interview.

Laut Gedeck ist die Jugendkriminalität in den vergangenen Jahren zurückgegangen, die Zahl der Gewalttaten ist weniger geworden und auch weniger Jugendliche brechen die Schule ab. Das verdanken wir der Erziehung, in der Eltern weniger auf Gewalt setzen, findet die Schauspielerin. "Wenn Eltern ihre Kinder unter Anwendung von Gewalt, also lieblos erziehen, ist das die Quelle für neue Gewalt. In den Schulen gibt es mittlerweile auch ein anderes Bewusstsein, Gewalt wird nicht mehr so hingenommen wie früher. Für mich sind Modelle wie die Neuköllner Rütlischule bahnbrechend, der Erfolg dieses Konzeptes spricht für sich und wird zum Glück jetzt auch in anderen Städten angewandt", führte sie aus.

Zur Vorbereitung auf den Film besuchte die gebürtige Münchnerin ein Amtsgericht in Berlin Moabit, sie begleitete einen Jugendrichter bei seiner Arbeit und konnte sich so in den Beruf von Kirsten Heisig einfühlen: "Sie hatte großen Mut, sie hatte ein starkes Gerechtigkeitsempfinden, sie ist bis an ihre Grenzen gegangen und hat sich von niemandem einschüchtern lassen. Es ist gut zu wissen, dass es solche Menschen gab und gibt", sagte sie in einem Interview in der 'Berliner Morgenpost'.

Der Film 'Das Ende der Geduld' läuft heute Abend um 20.15 Uhr.

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