Martina Gedeck: Ein Ringen um Haltung

Martina Gedeck: Ein Ringen um Haltung
Martina Gedeck © Cover Media

Martina Gedeck (54) versuchte mit leisen Gesten ihrer Edith Frank Leben einzuhauchen.

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Als Edith Frank

Die Schauspielerin ('Bella Martha') gibt in 'Das Leben der Anne Frank' die Mutter der historischen Figur. Anne Frank (†15) beschrieb in ihrem berühmt gewordenen Tagebüchern das Leben in einem Amsterdamer Hinterhaus. Ihre jüdische Familie war 1934 vor den Nazis nach Holland geflohen und versteckte sich 1942 mit einer befreundeten Familie in einem Hinterhaus. Zwei Jahre später wurden sie entdeckt und bis auf den Vater Otto Frank kamen alle in den Todeslagern der Nazis ums Leben. Im Tagebuch von Anne kommt ihre Mutter eher schlecht weg, sie liebt ihren Vater über alles. Für Martina Gedeck war es wichtig, ihre Figur in einem anderen Licht erscheinen zu lassen:

"Wir haben versucht, gegen dieses stereotype Bild anzugehen und Edith als eine Frau zu zeigen, die an einem zivilisierten Familienleben festhält. Die äußere Form ist für sie wichtig. Es geht darum, sich die Würde nicht nehmen zu lassen", beschreibt die Darstellerin gegenüber der 'Süddeutschen Zeitung' den Ansatz.

In Vorbereitung auf ihre Rolle las Martina Gedeck auch die Aufzeichnungen von Miep Gies, die der Familie damals half, sich zu verstecken: "Edith hatte wohl das Bedürfnis, sich Miep Gies anzuvertrauen und über ihre Ängste zu sprechen. Miep Gies beschreibt das als eine Tendenz zum Depressiven, von der ich eben glaube, dass Edith sie nicht an die große Glocke gehängt hat. Dieses Ringen um Haltung habe ich versucht darzustellen."

'Das Leben der Anne Frank' ist der erste deutsche Film, der sich des Themas annimmt - bislang gab es nur internationale Produktionen über Anne Frank. Er wird sicherlich sein Publikum finden, aber er gehört nicht unbedingt zu den eigenwilligen Produktionen, die sich Martina Gedeck für die deutsche Filmbranche wünscht:

"Es gibt keinen Mut zu seltsamen oder eigenwilligen Filmen. Die werden schon gedreht, aber meistens ohne finanzielle Unterstützung und mit viel Skepsis. Da wäre Enthusiasmus eher angebracht", betonte Martina Gedeck unlängst in einem Interview mit der 'Welt'.

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