Mario Adorf: Vom Eifel-Bauer zum Film-Star

Mario Adorf
Mario Adorf © Cover Media

Die Mutter von Mario Adorf (83) fand, dass ihr Sohn wie ein Bauer aus der Eifel aussah - und nicht wie ein Schauspieler. Dazu passt sein Verhalten bei seinem ersten Vorsprechen.

- Anzeige -

Eine beispiellose Karriere

Vor 60 Jahren drehte die Kino-Ikone ('Der letzte Mensch') seinen ersten Film, von da an ging es steil bergauf mit der Karriere. Bis heute feiert der Leinwandheld, der seit vielen Jahren zu den profiliertesten zeitgenössischen Schauspielern zählt, einen Bühnen-, Fernseh- oder Kinoerfolg nach dem anderen. In einem 'Bild'-Interview verriet der aus der Eifel stammende Darsteller, wie vor mehr als einem halben Jahrhundert alles anfing: "Ich fiel beim Vorsprechen von der Bühne! Mein Schauspielschul-Lehrer sagte damals: 'Kraft hat er, naiv ist er, den nehmen wir!' Meine Mutter sagte: 'Schauspieler sehen anders aus - wie italienische Kellner. Du siehst aus wie ein Eifel-Bauer'", lachte er.

Früher mimte Adorf vor allem Bösewichter, als Mörder von Winnetous Schwester in der Karl-May-Verfilmung von 'Winnetou' aus dem Jahre 1963 ging er in die Filmgeschichte ein. So wurde er oft in fiesen Rollen eingesetzt, das habe ihn aber keineswegs gestört. "Überhaupt nicht. Ich bin am Theater aufgewachsen. Da suchen sich Schauspieler böse Rollen. Sie sind dankbarer. Nach 'Winnetou' war ich etatmäßiger Fiesling, wurde sogar auf der Straße bedroht", erklärte er.

Im Laufe seiner Karriere legte Adorf sein Schurkenimage ab und verkörperte auch ganz andere Charaktere, in denen er seine schauspielerischen Fertigkeiten unter Beweis stellte. Nur eines lehnte der Darsteller stets ab: brutale Figuren. "Das einzige, was ich nicht mag, sind gewalttätige Rollen. Das ist nicht meine Welt, und das will ich nicht bedienen. In Italien war ich mal drauf und dran, der zweite Charles Bronson zu werden. Ich genoss große Popularität beim Publikum für eine Gangster-Rolle, in der ich viele Leute abgeknallt habe. Trotzdem war es mir so zuwider, dass ich die Fortsetzungen abgelehnt habe", berichtete er in einem früheren Interview mit der 'Münchner Abendzeitung'.

Mittlerweile hat Mario Adorf, der auch als Autor erfolgreich ist, in seinen sechzig Jahren als Schauspieler in rund 200 Filmen mitgewirkt - mit weiteren Projekten ist zu rechnen.

Cover Media

— ANZEIGE —