Mario Adorf: Ich habe bewusst gelebt 

Mario Adorf
Mario Adorf © Cover Media

Mario Adorf (83) hat sich stets von den Exzessen am Theater ferngehalten - vielleicht der Grund dafür, dass er auch im Alter noch so große Rollen stemmen kann. 

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Keine Drogen und kein Alkohol

Der Kult-Star ('Die Erfindung der Liebe'), der im Laufe seiner eindrucksvollen Karriere in 211 Filmen mitgewirkt hat, rührt momentan die Werbetrommel für seinen neuen Film 'Der letzte Mensch'. Viele seiner früheren Weggefährten sind mittlerweile tot oder haben nicht mehr die Kraft, eine solche große Rolle zu spielen. Adorf hingegen, der sich in den vergangenen drei Jahrzehnten kaum verändert zu haben scheint und mit seinem vollen, weißen Haar und Bart stets klassisch elegant in der Öffentlichkeit erscheint, wirkt, als ob er die Herausforderung mühelos bewältigt. Ist sein gesunder Lebensstil der Grund dafür? "Ich würde sagen, ich habe von Anfang an bewusster gelebt. Ich habe diese ganzen Exzesse, die früher ja am Theater gang und gäbe waren, nie mitgemacht. Drogen, Alkohol - ich habe mich da immer fern gehalten. Nicht als Gesundheitsapostel, sondern einfach weil ich dachte, das ist nicht gut für mich", antwortete die Schauspiellegende im Interview mit 'merkur-online.de'. 

Weiterhin sprach der Wahl-Münchner darüber, wie er zu seinen Rollen kam und verriet, dass er nie einen konkreten Lebensplan hatte. Tatsächlich habe ihm das Glück stets zur Seite gestanden und so ergaben sich seine Engagements eher zufällig: "Ich habe vielmehr, ich muss es zugeben, lange in den Tag hinein gelebt und das genommen, was auf mich zukam und was ich interessant fand. Ich war vielleicht verwöhnt, dass es mit meinem Beruf als Schauspieler so schnell geklappt hat. Meine Karriere war keine der großen Sprünge. Aber stetig. Ich hatte das Glück, keinen Ehrgeiz entwickeln zu müssen. Ich bin immer zufällig auf die richtigen Leute gestoßen oder die richtigen Projekte." Im Laufe des Interviews korrigierte er sich und ersetzte Zufall mit Fügung: Seine Karriere habe sich stets so gefügt, dass er es nie anders gewollt hätte. 

Und was gibt ein so erfahrener und erfolgreicher Schauspieler einem Nachwuchsdarsteller mit auf den Weg ins Filmgeschäft? "Grundsätzlich würde ich nicht zu dem Beruf raten", ließ er in einem Gespräch mit der 'Wiener Zeitung' verlauten. Wenn man sich aber von dem Berufswunsch des Schauspielers nicht abbringen lassen wolle, sollte man sich laut Adorf erst einmal eine gute Bildung verschaffen. Er verglich den Beruf mit einem Handwerk, das man erlernen kann. "Was dann hinzukommen sollte, ist Glück und etwas Besonderes, wie Charme oder Charisma", befand er. 

Ab dem 9. Mai ist der Schauspieler in 'Der letzte Mensch' im Kino zu sehen. Hier spielt Mario Adorf einen Juden, der sein Leben lang seine Herkunft leugnete, im Alter aber zu seinen Wurzeln stehen will und eine interessante Reise in seine ungarische Heimat unternimmt. 

 

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