Maria Mena im exklusiven Interview

Maria Mena im Talk
Star ohne Star-Allüren! Für Maria Mena steht ihre Musik an erster Stelle.

"Ich gehe mit Schwierigkeiten besser um"

Viele Musiker schreiben ihre besten Songs, wenn sie harte Zeiten durchlebt haben. Du auch?

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Maria: Auf jeden Fall! Jedes Mal, wenn ich eine schlechte Beziehung hatte und Songs schrieb, waren mein Dad und mein Manager davon überzeugt „Okay, das wird ein gutes Album!“. Ich wäre heute nicht hier, wenn mir die schlechten Dinge aus meiner Vergangenheit nicht passiert wären. Ich hatte meine Konflikte und Kämpfe, aber es gibt nichts, worauf ich zurückblicke und mir sage: ‚Ich wünschte, das wäre nicht passiert.‘ Sonst wäre ich heute nicht die, die ich bin. Ich gehe mit Schwierigkeiten manchmal besser um als mit Zeiten, in denen alles glatt läuft und ich glücklich sein sollte.

Du warst 2004 in den USA auf dem Weg zum Superstar, bis du von dir aus plötzlich „Nein“ gesagt hast. Bereust du das heute?

Maria: Ich habe tatsächlich damals „Nein“ dazu gesagt. Der Grund war, dass ich zu meiner Zeit dort sehr krank war und keiner wirklich auf mich aufgepasst hat. (Anm.d.Redaktion: Maria Mena litt zu dieser Zeit unter Depressionen und einer Essstörung) Sie wollten mich von jetzt auf gleich riesengroß herausbringen. Das klappte bis zu einem gewissen Grad sehr gut - bis ich plötzlich nein sagte. Also habe ich die USA verlassen, weil mich die Musikindustrie dort noch kranker gemacht hat als ich es bereits war. Heute bin ich eine ganz andere Person. Wenn ich zu dem amerikanischen Markt „Nein“ sagen würde, das wäre sehr dumm von mir. Wenn ich dorthin zurückgehe, hoffe ich allerdings, dass mein Erfolg dort allmählich wächst. Schritt für Schritt, damit ich auch mithalten kann. Ich wollte nie ein „Star“ werden. Mein Erfolg muss für mich nicht viel größer werden als er genau jetzt ist. Ich bin allerdings sicher, meine Plattenfirma sieht das anders. (lacht)

Denkst du, du warst zu naiv damals?

Maria: Das bin ich immer noch. Mein Mann sagt immer, dass ich nicht realisiere, wie viele Leute meine Musik hören. Ich antworte dann immer: ‚Warum sollte ich das denn tun?‘ Der Grund, warum ich Musik mache, ist es, weil ich mit Leuten kommunizieren will. Dafür muss ich nicht wissen, wie viele es sind oder wie viele Alben ich verkauft habe. Ich brauche nur gute Leute um mich herum. Ja, ich bin immer noch sehr naiv. Und ich mag es so.

Was war die härteste Lektion, die du in dieser Zeit gelernt hast?

Maria: „Nein“ zu sagen. Du willst immer das „good girl“ sein, besonders wenn du erst 15 Jahre alt bist. Du sagst zu allem „okay“, obwohl dein Bauchgefühl dir etwas anderes erzählt. Nein sagen zu lernen, das hat bei mir sehr sehr lange gedauert.

Welchen Traum möchtest du in den nächsten 10 Jahren realisieren?

Maria: Ich möchte alleine die Welt bereisen. Ich war immer schon gerne alleine, aber über eine längere Zeit ist das etwas anderes. Es wäre schön, in eine andere Stadt, in ein anderes Land zu gehen und Musik zu schreiben, mit anderen Songwritern zu arbeiten. Aber alleine. Ohne jemanden, der dich unterstützt. Ich bin ein großer Fan davon, sich selbst in Situationen zu bringen, die dich auf den ersten Blick ängstigen.

Du bist verheiratet mit Eivind – einem Journalisten, der dich interviewt hat! War es “Liebe auf die erste Frage”?

Maria: (lacht) Oh nein, ich habe noch nicht mal seine Fragen beantwortet, ich dachte, er sei ein Idiot. Er schien mir so arrogant. Ich wuchs mit Journalisten als Feindbild auf. Er musste also auf mich zukommen, und er fragte mich nach einem Date. Ich hasse Dates, ich habe das immer für merkwürdig gehalten. Ich wollte keinen treffen, den ich gar nicht kannte – was sollte ich mit so jemandem reden? Aber er schaffte es tatsächlich, dass ich mich wohlfühlte. Er ist ein ganz besonderer Mensch.

Hast du ihm auf deinem Album Songs gewidmet?

Maria: Die meisten Songs auf dem Album sind über mich selbst und meine Freundinnen und was uns beschäftigt. Ich klaue ein wenig von ihnen (lacht), sie haben die interessantesten Leben.

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