Marcel Reif: Es war Zeit für den Abgang

Marcel Reif: Es war Zeit für den Abgang
Marcel Reif © Cover Media

Marcel Reif (66) hat das Bedürfnis nach einer neuen Aufgabe.

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Zu viel Routine

Der beliebte Fußballkommentator schockte seine Fans, als bekannt wurde, dass er dieses Jahr seinen Job bei Sky aufgibt. Aber für den Schweizer, der 2013 seine deutsche Staatsbürgerschaft abgab, wurde es einfach Zeit, wie er der 'Süddeutschen Zeitung' verriet:

"17 Jahre! Wenn ich noch mal was anderes machen will, muss ich es jetzt machen. Ich bin 66 und ich hatte ein bisher traumhaftes Berufsleben. Ich kann mich nur in Demut vorm Weltgeist verneigen."

Seinen bisherigen Berufsalltag beschrieb er wie folgt: "Du rufst die Reisekostenstelle am Dienstag an, du bekommst das Material zum Durcharbeiten am Mittwoch. Irgendwann sagst du: Ich brauche einen Wechsel. Routine ist gut. Zu viel Routine ist schlecht."

Es habe sich auch ziemlich viel verändert in seinem Job - waren es früher nur ein paar Menschen, die sich in der Kommentatorenbox getummelt haben, verliere man heute den Überblick: "Quantitativ ist das alles irre geworden. So ist das. Und wenn man nun auf einem großen Marktplatz steht, muss man lauter schreien. Wie man schreit, und zu welchem Thema man schreit - das muss jeder für sich entscheiden."

In seinen Jahren als Kommentator hatte sich Marcel Reif einen echten Ruf aufgebaut: Mit seinen beißenden Kommentaren verscherzte er es sich bei einigen Fußballfans - und die konnten auch handgreiflich werden. So geschehen im Frühjahr 2015. Da griffen Schalke- und Dortmund-Fans sein Auto an und beim Pokalspiel Dortmund gegen Dynamo wurde er mit Bierbechern beworfen. "Bis vor kurzem dachte ich, dass ich die Schmähungen und Beleidigungen im Stadion und im Internet überhören kann. Aber momentan gehe ich mit einem sehr unguten Gefühl zur Arbeit. Und das kann ich nicht akzeptieren", beklagte Marcel Reif damals in einem Interview mit der 'Welt'.

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