"Making a Murderer": Doku-Filmer verpassen wichtigen Durchbruch

"Making a Murderer": Doku-Filmer verpassen wichtigen Durchbruch
Brendan Dassey (r.) wird von einem Ermittler vernommen © Netflix

Die Netflix-Dokuserie "Making a Murderer" beschäftigt sich mit einem umstrittenen Gerichtsprozess: Steven Avery, der bereits 18 Jahre wegen eines Vergewaltigungs-Vorwurfs unschuldig hinter Gittern verbracht hatte, wurde 2007 zusammen mit seinem Neffen Brendan Dassey erneut verurteilt - diesmal wegen Mordes. Avery beteuerte seine Unschuld: Die Behörden hätten ihm das Verbrechen angehängt, da er sie wegen des früheren Justizirrtums auf Schadenersatz verklagt habe. Tatsächlich deckte "Making a Murderer" eine Reihe von Ungereimtheiten auf, weshalb nun eines der Urteile aufgehoben wurde.

- Anzeige -

Urteil gegen Dassey aufgehoben

Brendan Dassey müsse innerhalb von drei Monaten freigelassen werden, entschied ein Gericht in Wisconsin am Freitag. Richter William Duffin übte dabei scharfe Kritik an den damaligen Ermittlungen und warf Dasseys erstem Pflichtverteidiger schweres Fehlverhalten vor. Unter anderem wurde der zur Tatzeit 16-jährige Dassey ohne Beistand eines Erwachsenen von der Polizei verhört. Sein Geständnis widerrief der Teenager später: Die Beamten hätten ihn derart unter Druck gesetzt, dass er schließlich erzählt habe, was sie hören wollten. Die neue Entscheidung könnte weitergehende Folgen haben, da Dasseys Geständnis auch zur Verurteilung Averys geführt hatte.


Ausgerechnet für die Macher von "Making a Murderer", die seit Monaten auf das Ergebnis der erneuten Überprüfung des Falls warteten, kam der Richterspruch allerdings zur Unzeit, wie das Klatschportal "TMZ" berichtet: Da es keine Vorankündigung gab, hatten die Produzenten keine Chance, diesen Durchbruch zu dokumentieren. Auch die Familie Dasseys befand sich zu dieser Zeit bei Verwandten in Michigan und stand somit nicht für Dreharbeiten zur Verfügung. Dabei sollte die Entscheidung eigentlich ein Kernstück der zweiten Staffel von "Making a Murderer" werden. Die Produzenten würden nun überlegen, wie sie diesen wichtigen Moment nachstellen können.



spot on news

— ANZEIGE —