Maite Kelly spricht über die Brust-Amputation von Schwester Patricia

Maite Kelly über die Angst vor Brustkrebs
Die Mutter von MAite Kelly starb an Brustkrebs und auch ihre Schwester hatte bösratige Zellen in ihrer Brust © picture alliance / BREUEL-BILD, BREUEL-BILD/ABB

"Man hatte das Gefühl, als wenn tausend Messer die Brust zerschneiden"

Mit Perücke und unter falschem Namen ließ Angelina Jolie sich die Brüste amputieren, damit auf keinen Fall etwas davon in die Öffentlichkeit dringt. Wie schlimm der Eingriff wirklich für sie gewesen sein muss, weiß Maite Kelly. Sie hat es in ihrer Familie selbst miterlebt. Denn auch ihre Schwester Patricia war gezwungen, sich eine Brust abnehmen zu lassen.

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Die ganze Familie mütterlicherseits ist an Krebs gestorben, genau wie ihr Vater und ihr Onkel. Maite Kelly lässt sich deshalb alle sechs Monate untersuchen, denn die Angst auch zu erkranken, ist immer da, wie sie im RTL-Interview erzählt. "Meine erste Mammographie war mit 31 und ich war sowas von erleichtert, dass alles in Ordnung war. Ich war überrascht, wie erleichtert ich war. Da merkt man erstmal, wie sehr einen diese Krankheit wie ein Schatten begleitet."

Als die Kelly Family in den 80er Jahren mit ihren Liedern durch die Welt tourte, wurde bei Maites Mutter plötzlich Brustkrebs diagnostiziert. Barbara-Ann lehnte eine Chemotherapie ab, weil sie mit Sohn Angelo schwanger war und starb im Alter von nur 36 Jahren. Doch das ist nicht der einzige Schock, den Maite verkraften musste. Ihre Schwester Patricia Kelly hat den Krebs, an dem ihre Mutter starb, geerbt. Kurz vor ihrem 40. Geburtstag fanden Ärzte eine aggressive Vorstufe in ihrer rechten Brust.

„Es kamen ganz viele Erinnerungen hoch. Ich habe verstanden, meine Güte, das hat meine Mutter erlebt“, erzählt die 43-Jährige im Interview mit ‚Stern TV‘. Damit die Krankheit sich nicht ausbreitet, ließ sich Patricia im Oktober 2010 das Gewebe in ihrer Brust herausoperieren und erlebte einen der schlimmsten Momente ihres Lebens.

"Es hat unmenschlich weh getan. Man hatte das Gefühl, als wenn tausend Messer die Brust zerschneiden. Es brannte alles wie Feuer und das wurde mit Kühlpackungen behandelt. Und man hatte das Gefühl, es wird von tausend Seiten zerrissen", erinnert sich die Sängerin.

Heute ist äußerlich nichts mehr zu sehen, Patricia trägt ein Implantat. Innerlich muss sie damit leben, dass der Krebs jederzeit auch einen anderen Teil ihres Körpers befallen kann. Deshalb vorsorglich die gesunde Brust abnehmen zu lassen, kommt für sie aber nicht in Frage. Die beiden Schwestern Maite und Patricia lassen sich trotz allem nicht unterkriegen. Im Gegenteil, sie versuchen, ihr Leben jeden Tag bewusster zu leben.

Bildquelle: dpa

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