'Mad Max: Fury Road' mit Tom Hardy und Charlize Theron: Hier wird ordentlich Vollgas gegeben

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Tom Hardy in 'Mad Max - Fury Road'
Tom Hardy tritt würdig in die Fußstapfen von 'Mad Max'-Ikone Mel Gibson © Jasin Boland

5 von 5 Punkten

Dreißig Jahre nach dem letzten Teil hat ‚Mad Max’ ordentlich Staub angesetzt. Kult-Regisseur George Miller pustet diesen mit dem Reboot ‚Mad Max - Fury Road’ dahin, wo er hingehört – in die raue Wüste der dystopischen Welt von‚Mad Max’. Und mit dem lang erwarteten vierten Teil hat er das Rad des Actionfilms noch mal ganz neu erfunden, denn Max ist wahnsinniger denn je.

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von Natalie Achenbach

Kann man drei Jahrzehnte später noch mal an einen erfolgreichen Kultfilm anknüpfen und ihn ohne Verluste modernisieren? Ein gewagtes Projekt, das George Miller sich da vorgenommen hat. Aus dem Low-Budget-Film, der den blutjungen Mel Gibson über Nacht zum Star machte, ist ein pompöser Blockbuster im Steampunk-Look geworden, der nun Hollywood-Star Tom Hardy (‚The Dark Knight rises’) in die Rolle des wortkargen Einzelgängers schlüpfen lässt.

In einer postapokalyptischen Zukunft hat der erbarmungslose Krieg um Öl und Wasser die Erde in einen staubigen Planeten verwandelt. Die Trockenheit der Wüste hat jegliche Träume und Hoffnungen der Menschheit veröden lassen. Inmitten des Drecks erstreckt sich ein Zentrum des Wahnsinns, das vom übermächtigen Warlord Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne, spielte im ersten ‚Mad Max’ die Rolle von ‚Toecutter’) regiert wird. Während das Fußvolk an Hunger und Durst fast zugrunde geht, beansprucht Immortan Joe alle Lebensmittel für sich und seine Krieger. Frauen werden als Zuchtvieh gehalten, ihre Muttermilch als Nahrung für die Untertanen des Despoten verwendet. Befehlshaberin Furiosa (Charlize Theron, ‚ A million Ways to die in the West’) kann das bemitleidenswerte Leben dieser Frauen nicht mehr mit ansehen und bugsiert sie mit ihrem PS-starken Wüstentruck raus aus dieser Hölle. Natürlich bleibt die Flucht nicht unbemerkt, und Immortan Joe setzt alles daran, seine persönlichen ‚Schätze’ wieder zu erlangen. Eine hitzige Verfolgungsjagd durch das staubige Ödland entbrennt, bei der auch der Gefangene Max Rockatansky (Tom Hardy) mit von der Partie ist – denn auch er sehnt sich nach Freiheit.

So wild war 'Mad Max' noch nie

Charlize Theron in 'Mad Max Fury Road'
Knallharte Frau: Charlize Theron überzeugt vollkommen in der Rolle der Furiosa.

Ein Vorgeplänkel sucht man in ‚Fury Road’ vergeblich, denn es wird sofort mit Vollgas in den fünften Gang geschaltet. Die Verfolgungsjagden durch die trostlose Welt, die kurz vor dem endgültigen Zerfall steht, sind bombastisch inszeniert. Eine Explosion jagt die nächste. Pure Action ist der Treibstoff des gesamten Films und sinkt im Gegensatz zur Tankanzeige der Fahrzeuge niemals auf null.

Auch die Protagonisten des Films stehen permanent unter Volldampf, allen voran Max Rockatansky. Der ausgebrannte Einzelgänger, der von den Dämonen seiner Vergangenheit heimgesucht wird, findet in Tom Hardy eine würdige Wiederverkörperung. Dem Kult-Helden wird aber ein wenig die Show gestohlen, denn der eigentliche Star des Films ist Charlize Theron. Mit Armstumpf und Kurzhaarschnitt verkörpert sie mit Leib und Seele die gebrochene Furiosa, die sich nur nach einem sehnt: Vergeltung. Hier braucht es keinen rührseligen Flashback, um die Abgründe dieser Figur zu verstehen. Theron bewerkstelligt dies fast ausschließlich durch ihre ausdrucksstarke Mimik.

Freunde abgedrehter Action werden in ‚Fury Road‘ auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. Wer eher auf seichte Unterhaltung á la Nicolas Sparks steht, könnte sich die großzügig angesetzten 120 Minuten lang durchaus „Was zum…?!“ denken. Fans der alten ‚Mad Max‘-Teile werden sicherlich nicht enttäuscht werden - eher im Gegenteil.

Die ‚Mad Max’-Welt, in der Menschen für einen vollen Tank töten, war noch nie so bildgewaltig, so grausam und so wild. Wahrlich ein Wahnsinnsprojekt, das George Miller von Anfang bis Ende sicher im Griff hat. Er prescht in vollem Tempo über das Ziel hinaus und wirbelt den Geist einer Kultfigur aus der Vergangenheit wieder auf, ohne ihn im rasanten Fahrtwind wieder zu verlieren.

Kinostart:14.05.2015

Genre: Action, Sci-Fi

Originaltitel: Mad Max: Fury Road

Filmlänge: 120 Minuten

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