'Loriot' Vicco von Bülow ist tot

Humorist Vicco von Bülow alias 'Loriot' ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren an Altersschwäche.
Humorist 'Loriot', Vicco von Bülow' ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren an Altersschwäche. © dpa, A3361 Stephanie Pilick

Er starb an Altersschwäche

Deutschland trauert um einen großen Künstler - Loriot ist tot. Vicco von Bülow wurde 87 Jahre alt. Er starb am 22. August in Ammerland am Starnberger See an Altersschwäche. Loriot sei zu Hause „sanft entschlafen“, sagte die Sprecherin des Diogenes-Verlages Ruth Geiger. „Die Trauerfeier findet im engsten Familienkreis statt“, der Termin wurde nicht genannt. „Die Familie möchte dies nicht“, so Geiger.

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Loriots Szenen voller Sprachwitz und Pointen sind legendär - etwa der Sketch mit der Nudel im Gesicht beim Rendezvous oder der Cartoon 'Herren im Bad’ ('Die Ente bleibt draußen’). Auch seine beiden Kinofilme 'Ödipussi' und 'Pappa ante portas' begeisterten Millionen Menschen.

Loriot wurde zunächst mit Zeitschriften-Cartoons und Knollennasenmännchen bekannt. Später kamen die Fernseh-Sketche, etwa in der Serie 'Loriot I-VI' (Erstausstrahlung 1976-1979), hinzu. In Sketchen wie über die Familie Hoppenstedt trat Loriot meist selbst als wandlungsfähiger Schauspieler hervor, oft mit seiner bereits 2007 gestorbenen Kollegin Evelyn Hamann.

Der Künstler erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, darunter den Deutschen Filmpreis, den Deutschen Kleinkunstpreis, die Goldene Kamera, den Karl-Valentin-Orden, den Wilhelm-Busch-Preis und den Ernst-Lubitsch-Preis. Loriot war Mitglied der Berliner Akademie der Künste und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Manche nannten den aus Brandenburg an der Havel stammenden Offizierssohn, dessen Vorfahren am Hof von Friedrich dem Großen verkehrten, auch den "Karl Valentin des Cartoons und der Fernsehunterhaltung" oder "Deutschlands komischste Figur".

Zu seinem 85. Geburtstag im Jahr 2008 war im Berliner Film- und Fernsehmuseum am Potsdamer Platz die bis dahin umfassendste Loriot-Retrospektive zu sehen.

Bilder: dpa

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