Linkin Park: Darum lieben die US-Rocker "Schpargel"

Linkin Park: Darum lieben die US-Rocker "Schpargel"

Linkin Park: "Leben in L.A. hilft gegen Paparazzi"

Na endlich! Nach drei Jahren Pause ist es soweit: Die kalifornischen US-Rocker Linkin Park veröffentlichen am 10. September ihr viertes Studioalbum “A Thousand Suns”. Ihr neues Werk löst momentan heftige Diskussionen aus, denn die erste Single “The Catalyst” klingt völlig anders als alles, was die Jungs bislang so von sich gegeben haben. Ebenso soll das neue Album klingen... Und genau das spaltet momentan die komplette Fangemeinde. Kaum ein Album wird derzeit mit mehr Spannung erwartet. Nachdem wir bereits reinhören durften, können wir versprechen: ja, es ist ein völlig neuer, gewagter, aber hörenswerter musikalischer Schritt! Das macht natürlich neugierig - daher haben wir die bestens gelaunten Linkin-Parker Mike Shinoda und David “Phoenix” Farrell getroffen und zu ihrem Stilwechsel, Paparazzi - und dem Inhalt ihres eigenen iPods befragt!

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Von Nicole Feybert

Hi Mike und David, schön euch zu treffen! Erst einmal Glückwunsch zum neuen Album! Es unterscheidet sich im Stil ja sehr von den Vorgängern. Ist so ein Stilwechsel nicht sehr riskant?

David: Das waren ganz sicher unsere Bedenken. Dieses Album ist ein Versuch, den kreativen Prozess zu erweitern und Dinge ins Studio zu bringen, die man vorher so nie ausprobiert und nie gehört hat. Das war das Ausschlaggebende und Aufregende dabei. Alle Alben sind ja Momentaufnahmen, aber das heißt nicht, dass wir sie nicht mehr gut finden, alles war ja frisch und neu bei der Aufnahme.

Wenn man aber immer nur das Gleiche macht und sich immer nur auf dem gleichen Weg aufhält, verliert sich genau das. Es wird immer weniger aufregend und ... ja, langweilig.

"Mit Paul McCartney geht man nicht spontan auf die Bühne!"

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Ihr habt eine riesige Fangemeinde - aber wie ist es umgekehrt, welche Musik würden wir denn auf euren iPods so finden?

Mike: Wir hören uns eine Mengeunterschiedlicher Sachen an. Wenn du auf meinem iPod “play” drückst, hörst du ungefähr fünf Tage lang Songs, ohne dass sich ein einziger wiederholt.

Und welche Songs sind das?

Mike: Was ich im Moment höre, ist eine Menge Musik der 60's und 70's. The Who, Beatles, Jimi Hendrix. Das ist sicher nicht das Erste, was den Leuten in den Sinn kommt, wenn sie Linkin Park hören...aber in zehn Jahren denkt man vielleicht auch nicht an nur einen bestimmten Stil, wenn die Sprache auf “Linkin Park” kommt. Das hoffe ich jedenfalls!

Apropos Beatles: Ihr habt ja tatsächlich mit Sir Paul McCartney bei den Grammys zusammen gesungen... Das sah irgendwie spontan aus, war es aber nicht, schätze ich...?

Mike: Oooh nein, das war alles sehr geplant. Mit einem Paul McCartney geht man nicht so spontan mal auf die Bühne (lacht) ...Es war eine Ehre für uns. Mann, das war so großartig...

David (grinst): Na, ehrlich gesagt, war das etwas beängstigend. Besonders für mich, ich war ein nervöses Wrack, als ich ihn traf. Du weißt nicht, wie er so drauf ist, wie es laufen wird, ich wusste nur, wir performen einen Song mit ihm. Und der Typ ist Paul McCartney!!! (lacht) Wir fingen an, “Yesterday” zu proben, und es gab einen Moment, in dem ich Angst hatte, aus der Band zu fliegen weil es ihm nicht gefallen könnte. In meinem Kopf war nur noch “Oh boy! Wer weiß wie ER das gerade hört... spielst du deinen Part gut genug... und wenn du jetzt rausgeschmissen wirst - von Paul McCartney - was machst du dann bloß”. Aber er war ein richtig netter Kerl, machte mir Komplimente fürs Spielen, einer meiner allergrößten Momente.

Was macht denn einen richtig guten Song für euch aus?

Mike: Wenn mich ein Song herausfordert. Das heißt nicht, dass es kompliziert sein muss, sondern wie in einem guten Film. Ich will als Zuschauer - und in der Musik als Zuhörer - ernst genommen werden.

David: Du kannst mit Musik auf einfache Weise kommunizieren, es ist fast so, als ob man ein Erlebnis mit jemandem teilen kann. Egal ob Klassik, Pop, Rock, man versteht beim Hören die Person, die es geschrieben hat. Jede Musik, die Emotionen transportiert, ist für mich gut.

Mike (unterbricht): ok, stopp, Moment. Ich tausche meine Antwort mit seiner!

"In Deutschland haben wir eine große Fanbase"

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Als Celebrity wird man besonders in Los Angeles ständig von Paparazzi belagert. Viele haben ihre eigene Art, damit umzugehen, wie ist das bei euch?

Mike: Wir haben gar nicht so viele Paparazzi um uns herum, wie man vielleicht denkt! Wir sind gottseidank in der Lage, etwas Distanz dazu zu halten.

...im Promi-Mekka LA...?

Mike: Oh ja, dort zu leben hilft sogar. Weißt du, wenn du auf der einen Seite die Straße lang gehst und auf der anderen läuft gerade Denzel Washington, dann rennen die alle sofort zu dem rüber. Und ich kann in Ruhe ins Restaurant gehen und keiner belästigt mich mehr. Anstrengender wirds zum Beispiel in Japan... wir sehen anders aus, wir sind größer - dort zieht man die Aufmerksamkeit viel mehr auf sich.

Lest ihr selbst, was so über euch in der Presse und den Klatschblättern steht?

Mike: Manchmal. Jeder in der Band geht da auf seine Weise mit um, aber ich finde es gut zu wissen, was die Leute über mich reden. Auf dem Laufenden zu sein. Aber ich bewerte es nicht zu allzusehr, sondern habe eine eher “klinische” Sicht auf das, was so geschrieben wird.

David: Ich vermeide es, Dinge über mich zu lesen (grinst). Ich lese lieber den Tratsch über Mike.

"Das Album ist eine Reise, auf die wir euch mitnehmen"

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Ihr seid bald auf Tour. Seht ihr Unterschiede zwischen dem amerikanischen und europäischen Publikum?

David: Ja, wir starten in Deutschland und haben dort mehr Shows geplant als in jedem anderen Land, das ist unsere Reaktion auf die große Fanbase hier und außerdem haben wir hier immer eine Menge Spaß. Tja, das mit dem Unterschied... lustig, das scheint immer viele Leute zu interessieren! Egal wo man hinkommt, das Publikum ist jedesmal anders. Die Leute bewegen sich in jedem Land anders, singen anders mit, drücken ihre Begeisterung völlig unterschiedlich aus! Vor allem in England ist das lustig, da kommt man sich in manchen Stadien vor wie in einem Fußballspiel. Die Menge singt da Fußball-Lieder, bis wir rauskommen...

Bei eurer Liebe zu Deutschland... wie war das noch mit dem Spargel?

Mike: Ha, ja, das ist so etwas wie ein Insiderwitz in der Band... wir haben das sehr spät herausgefunden, obwohl wir schon so lange hierher kommen. (beide kommen aus dem Lachen nicht heraus) Vor ein oder zwei Jahren war das eben zu dieser “Spargelzeit”! Das muss man sich mal vorstellen, wir kommen seit über zehn Jahren hierher und haben dann mal herausgefunden “hey, sowas gibts und wir wussten das nicht”?.... Mann, das Zeug schmeckt richtig gut!

Ihr habt nun das letzte Wort: Wollt ihr euren Fans noch etwas sagen?

Mike: Ja! Uns ist es wichtig, etwas loszuwerden... Viele Leute hören sich CDs nicht in einem Stück, sondern nach dem Motto “ein Song hier, ein Song da” an. Klar kann man das auch mit unserem Album machen, wenn man will, aber wir haben es als ein Ganzes konzipiert. Wie eine Reise, auf die wir euch mitnehmen! Wenn man es auch als solches hört, werdet Ihr das feststellen. Das ist unser Rat an alle Fans. Also an alle da draußen: Seid gespannt und probiert es aus...!

Das werden wir! Vielen Dank für das Interview.

Bildquelle: RTL interactive - Frank Radtke

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