Linda de Mol und ihr Bruder John: Skurrile Wende vor Gericht

Linda und John de Mol
Linda und John de Mol: Kommt ihr Erpresser frei? © picture-alliance / SCHROEWIG/Cyb, SCHROEWIG/Cyberimage

Linda de Mols Erpresser steht vor Gericht

Über ein Jahr lang wurden Linda de Mol und ihr Bruder, der Medienmogul John de Mol, erpresst. In 14 Drohbriefen verlangte der Rentner Dirk M. erst fünf Millionen Euro und dann zehn Millionen Euro. Der 71-jährige Niederländer setzte das Geschwisterpaar massiv unter Druck: Er drohte, Linda de Mol und ihren zwei Kindern etwas anzutun. Nun hat der Prozess gegen Dirk M. begonnen und gleich am ersten Tag eine ungewöhnliche Wende genommen.

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"Ja, das habe ich getan", gestand Dirk M., laut dem Magazin 'Spiegel'. Ohne Umschweife räumte er bereits zu Prozessbeginn die ihm zur Last gelegte Tat ein. Damit war die Schuldfrage rasch geklärt. Zudem sprach der wohlhabende Rentner über seine persönlichen Beweggründe. Diese muten allerdings etwas skurril an. So erklärte Dirk M., dass er von der Familie de Mol Geld erpressen wollte, "um Armut in Südafrika und Indonesien zu bekämpfen."

Reue zeigte Dirk M. nicht vor Gericht. Stattdessen verteidigte er seine Tat mit den Worten "das Ziel heiligt die Mittel". Unfassbar, wenn man bedenkt, dass der Rentner sowohl Linda de Mol als auch ihren Bruder mehr als ein Jahr lang enormem Psychoterror ausgesetzt hat. Für eine große Überraschung sorgte auch, dass mehrere Gutachter dem Angeklagten eine Demenz bescheinigten. Das Gericht muss nun noch klären, inwieweit der Rentner überhaupt zurechnungs- und somit schuldfähig ist.

Der Medienunternehmer John de Mol und seine Schwester, die erfolgreiche TV-Moderatorin Linda de Mol, erschienen nicht zum Prozessauftakt. Bei beiden haben die Gewaltandrohungen des völlig unscheinbar wirkenden Rentners jedoch tiefe Spuren hinterlassen. "Er hat uns unsere Freiheit genommen", erklärte Linda de Mol, die mit der RTL-Show 'Die Traumhochzeit' berühmt wurde. "Er wurde immer aggressiver", sagte auch John de Mol bei der Polizei aus.

Die Anwälte von Dirk M. plädieren dafür, dass das Verfahren aufgrund seiner Demenzkrankheit eingestellt wird. Die Staatsanwaltschaft möchte hingegen erreichen, dass der Rentner zu zehn Monate Haft auf Bewährung verurteilt wird. Zudem soll er symbolisch für 141 Tage in Haft. Wir sind gespannt, wie das Urteil ausfällt …

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