"Lights Out": Wenn das Licht ausgeht, kommt der Horror

Lights out
Der kleine Martin (Gabriel Bateman) hat Angst. Foto: Ron Batzdorff /Warner Bros. Entertainment © DPA

Die Angst vor der Dunkelheit gehört zu den klassischen Motiven des Horror-Genres. Kaum ein Gruselfilm, der dies nicht thematisiert. "Lights Out" nun, das Spielfilmdebüt des Schweden David F. Sandberg, greift das Motiv bereits in seinem Titel auf. Immer wenn in diesem Film irgendwo ein elektrisches Licht zu flackern beginnt, um kurz darauf ganz auszugehen, folgt ein Moment des Schreckens.

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Es geht um eine gepeinigte Seele, einen Geist namens Diana, der sich nur zeigt, wenn es dunkel ist. Protagonistin Rebecca gibt sich in "Lights Out" alle Mühe, dem dunklen Familiengeheimnis auf die Schliche zu kommen.

Ein paar Minuten nur ist dieser Film alt, da schlägt Diana das erste Mal zu: Rebeccas Stiefvater, der Ehemann ihrer Mutter Sophie muss auf unangenehmste Weise sein Leben lassen. Sophie ist seit diesem Verlust schwer depressiv, nur mit Hilfe von Psychopharmaka hält sich die Frau einigermaßen über Wasser. Ihren Dämon aber, eben jene, sie schon seit Kindheitstagen verfolgende Diana, wird sie nicht mehr los.

Auch Sophies kleiner Sohn Martin hat unter dem seltsamen Verhalten seiner Mutter und all den unheimlichen Erscheinungen zu leiden; nächtens klammert er sich an eine Taschenlampe, um gewappnet zu sein für Dianas nächste Gruselattacke. Rebecca (Teresa Palmer) nimmt sich ihres Bruders an, der völlig übermüdet ist und immer wieder im Schulunterricht einschläft. Zusammen mit ihrem Freund macht sie sich schließlich daran, dem Familientrauma den Garaus zu machen.

Erst kürzlich lief "Conjuring 2" im Kino an, in Szene gesetzt und produziert von James Wan, dem vielleicht zurzeit wichtigsten Kino-Kreativen in Sachen Horror überhaupt. Wan, der für Gruselhits wie "Saw" oder "Insidious" verantwortlich zeichnet, war nun auch an "Lights Out" als Produzent beteiligt.

Zwar gibt es inhaltliche Parallelen zwischen "Conjuring 2" und "Lights Out" (die Abwesenheit der Väter etwa), an die inszenatorische Klasse und Eleganz aber von "Conjuring" reicht "Lights Out" allerdings nicht heran. Auch fehlt dem Film ein veritabler Spannungsbogen; das Unheil bringende Wesen namens Diana schließlich tritt schon wenige Momente nach Beginn des Films in Erscheinung. Wenig subtil auch die musikalische Untermalung von Dianas Auftritten, die dennoch zuweilen sehr unheimlich geraten sind.

Es geht in diesem mit 81 Minuten recht kurzen Horrorstück nicht nur um die Angst vor Dunkelheit und den bösen Kräften, die in der Abwesenheit des Lichtes ihr vermeintliches Unwesen treiben. Ein ganz zentrales Motiv des Films ist die Angst davor, allein gelassen zu werden, den Beistand eines Partners oder eines Elternteils einzubüßen: Die von Maria Bello souverän verkörperte, stets derangiert wirkende Mutter leidet unter dem Verlust ihres Mannes, Tochter Rebecca vermisst ihren Vater, und auch auf den kleinen Martin hat sich diese Angst längst übertragen.

Auch wenn Regisseur David F. Sandberg mit seinem Langfilmdebüt, das auf einem von ihm inszenierten Kurzfilm beruht, nicht voll und ganz überzeugt, so stellt er doch immer wieder unter Beweis, dass er den Zuschauer zu gruseln versteht, etwa mittels prägnanter Hell-Dunkel-Kontraste. Horrorfans jedenfalls sollten den Regisseur im Auge behalten - für 2017 ist eine von Sandberg inszenierte Fortsetzung des Gruselfilms "Annabelle" angekündigt.


dpa
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