Leo DiCaprio spricht Deutsch in 'Shutter Island'

Leo DiCaprio spricht Deutsch in 'Shutter Island'

In seinem neuen Film ‚Shutter Island’ zeigt der Megastar, was er von seiner 2008 verstorbenen Großmutter gelernt hat. Gut, der Akzent ist deutlich zu hören, aber so schlecht klingt das gar nicht im Film. Nur Sandra Bullock kann besser Deutsch. Aber die ist ja auch hier aufgewachsen.

So sprach DiCaprio bei der Pressekonferenz zum Film weitgehend Englisch – er wollt ja schließlich auch von seinen Kollegen Ben Kingsley, Michelle Williams und Mark Ruffalo verstanden werden – und von seinem Regisseur Martin Scorsese. Eine kleine Kostprobe gab er dann aber doch: ‚Alles klar. Dankeschön. Ich bin ein Berliner.’ Sagen sie das nicht alle? Eine jedenfalls war ganz angetan: ‚Meine Mutter fand, ich habe alles richtig ausgesprochen.’ Und die ist schließlich im Ruhrgebiet aufgewachsen, allerdings vor über 50 Jahren.

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Leo DiCaprio spricht Deutsch in 'Shutter Island'
© Getty Images

Und der Film? Ein düsterer Thriller, angesiedelt in den frühen Fünfzigern. DiCaprio spielt einen Cop, der zusammen mit seinem Kollegen Mark Ruffalo auf einer geheimnisvollen Insel nach einer gefährlichen Mörderin sucht, die aus der dort ansässigen geschlossenen Anstalt geflohen ist. Doch der Anstaltsleiter, den Ben Kingsley als verschlossenes Ekel gibt, wirft ihm Knüppel zwischen die Beine statt zu helfen, und das, obwohl die Entlaufene als höchstgefährlich gilt.

DiCaprios Figur wird im Kontakt mit den psychisch gestörten Patienten mit seinen eigenen Traumata konfrontiert: Dem Tod seiner Frau und des Massakers an Nazis, an dem er bei der Befreiung des KZs Dachau als Soldat beteiligt war – daher die deutschen Dialogtexte. Doch auch die Suche nach der Kindsmörderin gestaltet sich schwieriger als vermutet. Obwohl die Frau barfuß entkam und auf dem felsigen Inselterrain nicht weit gekommen sein kann, ist sie wie vom Erdboden verschwunden.

Und es verdichten sich die Hinweise, dass eine Verschwörung im Gange ist und die beiden Cops die Insel nicht mehr verlassen sollen. Und was treibt der Exil-Nazi Dr. Naehring (Max von Sydow) in der Horror-Klapse? Martin Scorsese erzählt das in sehr dramatischen Bildern und mit vielen überraschenden Wendungen in der Geschichte. Die Story befremdet nur ein paar Minuten lang wegen ihrer surrealen Traumsequenzen, dann zieht sie uns genau damit in ihren Bann. Jede Kamerafahrt ist durchkomponiert, manches wirkt jedoch auch außerhalb der Traumwelt künstlich.

Die Wucht jedoch ist Leonardo DiCaprio, der sich im Laufe des Films steigert zu der vielleicht reifsten Leistung seiner Karriere. Er tobt und schäumt und keucht, dass es eine wahre Freude ist – aber nie ein Quäntchen zu viel. So kann Leo DiCaprio gern noch einen fünften Film mit Martin Scorsese drehen. Und er hat auf der Berlinale-Pressekonferenz kundgetan, dass er gern auch mal in Deutschland drehen würde.

Von Mireilla Zirpins

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