Lavinia Wilson: Diese Bandbreite war toll

Lavinia Wilson
Lavinia Wilson © Cover Media

Für Lavinia Wilson (34) war ihre Rolle in der umstrittenen Buchverfilmung 'Schoßgebete' ein Volltreffer.

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Achterbahnfahrt der Gefühle

Die Film-Grazie ('Lulu & Jimi') verkörpert in der Drama-Komödie, die Skandal-Autorin Charlotte Roche (36, Feuchtgebiete') 2011 zu Papier brachte, Hauptdarstellerin Elizabeth Kiehl. Die junge Frau wird von zahlreichen Neurosen und Emotions-Achterbahnfahrten geplagt: Mal ist sie himmelhoch jauchzend und dann wieder zu Tode betrübt. Für die Schauspielerin Lavinia Wilson ein wahres Fest!

"Es war total schön, die ganze Bandbreite an Gefühlen spielen zu dürfen. Aber es war auch die größte Herausforderung", erklärte die Darstellerin gegenüber 'freundin.de' und führte aus, dass man in einem 90-minütigen Kinofilm natürlich nicht so ausholen konnte, wie Charlotte Roche das in ihrem Buch tat. "Das war das Schwierige: Ich musste darauf achten, nicht zu viel in diese 90 Minuten hineinpacken zu wollen", gestand die in München geborene Künstlerin und erläuterte: "Ich habe mir also erst einmal einen Kern der Figur gesucht, mich gefragt, worum es bei ihr eigentlich geht. Und ich kam zu dem Schluss, dass sie ein mutiges Stehaufmännchen ist und bei allem, was sie tut, versucht, die Kontrolle zu behalten."

Ihrer Meinung nach verlangt das Ergebnis am Ende vom Betrachter auch nicht zu viel, sondern habe genau ins Schwarze getroffen. "Für mich ist genau das die Stärke des Films. Dass die Komplexität der Figur so zum Strahlen gebracht wird, war genau das, was mir von Anfang an Spaß gemacht hat." Schließlich gäbe es nicht so viele Frauen auf der großen Leinwand darzustellen, die vielschichtiger seien. Deshalb geriet Lavinia auch ins Schwärmen, was ihre Rolle betrifft: "Endlich haben wir hier mal eine Frauen-Figur, die nicht nur eine Dimension hat! Denn im Grunde ist es doch so: Entweder man darf gut aussehen, dann darf man aber nicht so schlau sein; oder man darf schlau sein, muss dann aber eine unvorteilhafte Frisur tragen. Diese ganzen Stereotype werden ja nach wie vor bedient und weitergetragen. Und es ist so wohltuend, wenn man sie einfach mal außen vor lassen darf."

Schon früher sprach die Darstellerin über das Klischee-Bild, das die Zuschauer im Kinosessel präsentiert bekommen. Trotzdem beklage sie sich nicht über Sexismus und verriet im Gespräch mit 'Planet Interview' auch genau, wieso das der Fall sei: "Weil ich in meinem Beruf immer als Objekt beurteilt werde. Das ist eine Vereinbarung, die ich eingehe mit den Rollen, die ich spiele. Ich bekomme keine Jobs, weil ich intelligent bin, sondern weil ich archaische Instinkte anspreche." Auch wenn die Kino-Beauty dieses Schubladen-Denken blöd findet, gäbe es nun mal bei der Besetzung von Rollen ganz klare Stereotypen. "Da gibt es tief verwurzelte Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit, auch wenn ich mir das anders wünschen würde. Für Frauen bleibt das Mütterliche, Warme, Weiche reserviert, der große Busen, an dem man sich ablegen kann."

Wie schön für Lavinia Wilson, dass sie mit ihrer neuen Rolle aus der Klischee-Schublade ausbrechen konnte.

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