Lars Von Trier aus Cannes verbannt

Update: Lars von Trier sorgt nicht erst seit gestern gern für handfeste Skandale. Seine nazifreundlichen Aussagen bei der Pressekonferenz seines neuen Streifens 'Melancholia' haben nicht nur Journalisten entsetzt (siehe Artikel unten). Auch die Leiter der Filmfestspiele zeigten sich entrüstet und erklärten den Dänen jetzt zur 'Persona non grata' (dt: zur 'unerwünschten Person'). Damit darf der skandalträchtige Filmemacher, der sich auf drängen des Festivals hin für seine kontroversen Aussagen zunächst entschuldigte, letztendlich den Heimflug antreten. In Cannes will man ihn nicht mehr sehen. Das Festival als Platfrom für derartige Statements zu nutzen sei "nicht akzeptabel, nicht tolerierbar und steht im Gegesatz zu den Idealen der Humanität und Großzügikeit der Filmfestspiele", erklären die Veranstalter ihre Entscheidung.

Was kontroverse Filme angeht, ist Lars von Trier längst ein alter Hase im Filmbusiness. Zuletzt sorgte er 2009 mit seinem bizarren Horrordrama ‚Antrichrist’ in Cannes für Schlagzeilen. Jetzt bietet der dänische Skandalregisseur einmal mehr heiß diskutierten Gesprächsstoff, denn was er bei der Pressekonferenz zu seinem neuen Film ‚Menalcholia’ in Cannes vom Stapel ließ, schockiert mal wieder die Medienwelt. Diesmal aber war es nicht sein Film, der Kritiker und Journalisten verstörte, sondern nazifreundliche Antworten auf die Frage nach seinen deutschen Wurzeln.

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Eigentlich, so von Trier, habe er geglaubt Jude zu sein. „Dann fand ich heraus, dass ich von deutschen Nazis abstamme, aber das ist auch okay“, sagte der Provokateur. Damit aber nicht genug. „Ich bin nicht für den Zweiten Weltkrieg, und ich bin nicht gegen Juden. Ich bin sogar sehr für die Juden. Na ja, Israel geht einem schon auf die Nerven.“, redet sich der Filmemacher weiter um Kopf und Kragen während seinen weiblichen Hauptdarstellerinnen Charlotte Gainsbourg und Kirsten Dunst das Unbehagen ins Gesicht geschrieben steht. Selbst auf einen kleinen, ängstlichen Seitenhieb von Dunst reagiert der Regisseur nicht. „Ok, ich bin ein Nazi“, heißt es weiter von dem Dänen. Er könne Hilter verstehen, führt das Enfant terrible seine verstörenden Aussagen fort. „Er war nicht das, was man einen guten Kerl nennen würde. Aber ich kann ihn mir gut vorstellen, wie er da in seinem Bunker gesessen hat.“

Ob diese bizarren Geständnisse einfach zum sarkastischen Humor des Exzentrikers gehören, oder sein neuester Skandal eine kalkulierte PR-Methode ist? Wahrscheinlich sogar beides.Die Festivalveranstalter jedenfalls waren von dieser grotesken Form von Publicity alles andere als erfreut und forderten eine Entschuldigung, die von Trier kurz danach veröffentlichte: „Wenn ich heute Morgen jemanden mit meinen Worten, die ich auf der Pressekonferenz gesagt habe, verletzt habe, dann entschuldige ich mich aufrichtig. Ich bin kein Antisemit oder habe rassistische Vorurteile. Ich bin auch kein Nazi.“

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