Lars Eidinger: Kunst ist immer in Bewegung

Lars Eidinger
Lars Eidinger © Cover Media

Lars Eidinger (38) lebt von der Energie zwischen Publikum und Schauspielern.

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Und damit nie beendet

Am vergangenen Wochenende trat der vielfach ausgezeichnete Theater- und Filmstar ('Alle anderen') in der Hauptrolle einer modernen Fassung von Molières Theaterstück 'Tartuffe' auf, die der berühmte deutsche Regisseur Michael Thalheimer (49) im Rahmen des in Moskau laufenden Festivals NET (Neues Europäisches Theater) inszenierte.

Kurz vor der Aufführung sprach Eidinger in einem Interview über die Kunst und die Probleme der Arbeit eines Künstlers. Da Kunstwerke seiner Meinung nach nie beendet sind, sind viele Künstler mit ihren Werken nicht zufrieden: "Dass der Künstler generell unzufrieden ist, liegt daran, dass Kunst nie fertig ist und dass es selten den Moment gibt - oder es schließt sich sogar aus und ist ein Paradox -, dass Kunst irgendwann beendet ist. Es ist etwas, egal ob Malerei oder Schauspiel, was immer in Bewegung ist. In dem Moment, wo es scheinbar fertig ist, bringt es schon wieder eine neue Herausforderung mit sich, die da heißt: 'Mal sehen, ob das nächste Bild wieder genauso gut wird", zitierte ihn 'german.ruvr.ru'.

Das Besondere am Theater ist für Eidinger im Unterschied zum Film dessen Vergänglichkeit: Eine Vorführung könne ganz anders als die nächste sein. Laut des Berliners liegt das vor allem an der Energie zwischen den Schauspielern und dem Publikum und wie beide zusammenfinden: "Darauf konzentriere ich mich größtenteils auch beim Spielen. Oder wo ich am ehesten sagen könnte, der Abend hat funktioniert, oder der war gut, wenn ich merke, dass - wie in einem guten Gespräch, in einer guten Konversation oder vielleicht sogar wie bei Sexualität - sozusagen zwei Parteien zusammenfinden… Wenn beide zusammenfinden, dann ist der Abend gelungen", sinnierte er weiter.

Die Bühne ist für Eidinger außerdem eine Möglichkeit, sich seinen Ängsten zu stellen. Obwohl der Star häufig als angstfreier Darsteller gilt, würde er sich eher als "mutig" bezeichnen: "Ich gehe in die Angst und stelle mich ihr vor Publikum, wie ein Extremsportler, und wie er beziehe ich meinen Kick daraus… Ich wachse auf der Bühne über mich hinaus, da mache ich Sachen, die könnte ich privat gar nicht", gestand er in einem Gespräch mit 'Brigitte'.

Lars Eidingers Fans können ihr Idol das nächste Mal wieder in einem Kinofilm sehen: Ab dem 18. Dezember ist er in der internationalen Produktion 'Die Wolken von Sils Maria' an der Seite von Juliette Binoche (50, 'Der englische Patient') und Kristen Stewart (24, 'Twilight') im Kino zu bewundern.

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