LaFee: "Ich bin erwachsen geworden"

Neuer Look, neue Musik: Mit 20 Jahren startet Christina Klein alias LaFee ein Comeback.
Neuer Look, neue Musik: Mit 20 Jahren startet Christina Klein alias LaFee ein Comeback.

LaFee im Interview

Christina Klein alias LaFee kehrt nach zweieinhalb Jahren Auszeit zurück auf die Musik-Bühne - und ist kaum wiederzuerkennen: Mit neuem Look und neuer Musik wagt die erst 20-Jährige ein Comeback. Im Exklusiv-Interview spricht die einstige Pop-"Göre" über ihre musikalische Pause, ihren neuen Style und ihre Zukunftspläne.

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Von Daniel Grochow

Mit 20 Jahren schon ein Comeback – das 'schaffen' nicht viele Künstler in diesem Alter. Was war der Grund, um auf die Bühne zurückzukehren?

LaFee: Ich habe in den zweieinhalb Jahren einfach gemerkt, dass mir etwas fehlt. Ich war 14, als ich mit der Musik angefangen habe, und habe das dann drei Jahre gemacht. Irgendwann habe ich einfach gemerkt, dass ich Zeit für mich brauche. Ich habe mich selbst gefragt: Will ich das Ganze überhaupt noch machen? Interessen verändern sich, gerade in der Pubertät. Ich musste einfach für mich schauen, ob ich darauf noch Lust habe oder, ob ich was ganz anderes machen, mich umorientieren will. Nach einer längeren Pause ist mir dann einfach wieder bewusst geworden, dass ich zurück auf die Bühne will, meine Fans sehen will und vor allem singen will.

Anfang 2009 war erst einmal Schluss mit der Karriere. Warum hast du eine Pause gebraucht?

LaFee: Um einfach zu schauen, wo ich gerade hin will, wo ich gerade stehe, wer ich überhaupt bin. Aber auch, weil ich etwas mit meiner Familie machen wollte. Gerade in dem Alter ist man ja eigentlich das Küken, man ist zuhause bei den Eltern, man wird beschützt – klar hatte ich den Schutz meiner Eltern, aber die standen ja auch nicht 24 Stunden hinter mir und haben mich zu allen Terminen begleitet. Deshalb habe ich mir dann irgendwann mal gesagt: 'Hey, ich möchte einfach mal was in Ruhe mit meinen Freunden und mit meinen Eltern machen.' Ich habe die Musik einfach komplett beiseite geschoben und nur an mich, Freunde und Familie gedacht.

Vor vier Jahren gab es einen Song mit dem Titel "Wer bin ich?", deine Comeback-Single heißt "Ich bin". Hast du in dieser Zeitspanne zu dir selbst gefunden?

LaFee: Man kann definitiv sagen, dass „Ich bin“ jetzt die Antwort auf meine damalige Single ist. In dem Song geht es auch ein bisschen um die Selbstfindung, nach dem Motto 'Ich zeig euch, wer ich wirklich bin, nehm‘ euch mit in meine Welt'.

Hattest du vielleicht auch Angst, etwas in deinem Leben zu verpassen?

LaFee: Ich hatte zwar keine Angst, was zu verpassen, aber ich war einfach in einer Phase, in der ich so simple Sachen machen wollte, wie mit meiner Freundin am Aachener Weiher zu sitzen und nur zu chillen. Ich wollte einfach mal nur Mädchen sein, ohne zu sagen: 'Hey ich bin LaFee, der Star.' Ich wollte normal sein und auch mal sagen können: 'Wow, ist der Typ dahinten nicht süß?'

"Solange Plan A funktioniert, kann Plan B schlafen"

Nicht nur deine Musik, sondern auch dein Aussehen hat sich um 180 Grad gedreht. Fühlst du dich wohl in deiner neuen Rolle oder ist das jetzt der Style, den du einfach gerne trägst?

LaFee: Eine Rolle ist das für mich auf gar keinen Fall – sonst könnte ich das Ganze auch nicht so authentisch rüberbringen und Menschen vermitteln. Ich glaube, das würde man mir auch nicht abkaufen. Das ist schon mein Ding. Diejenigen, die mich auch privat kennen, wissen, dass Christina auch sehr crazy ist. Das ist alles meine Idee, das kommt alles aus meinem Kopf.

Das Aufklebe-Tattoo an der Schläfe ist weg, dafür trägst du jetzt einen Schmetterling auf dem Hals. Was hat es damit auf sich?

LaFee: Ich habe insgesamt sieben Tattoos, von denen jedes grundsätzlich eine eigene Bedeutung hat. Der Schmetterling soll die Freiheit symbolisieren und zeigt, dass ich selbst zu mir gefunden habe. Beim neuen Album habe ich an allen Songs selbst mitgeschrieben – das war vorher nicht so. Ich habe alles selbstständig gemacht, ohne Hilfe von außen. Das war für mich eine ganz neue Erfahrung als Künstlerin. Es war bei meinem Comeback klar, dass ich jetzt mein Ding mache. Im Alter von 15 lässt du dich auch mal an die Hand nehmen und lässt dich führen, aber ich habe mittlerweile so viele Erfahrungen gemacht, dass ich sagen kann: 'Ich muss nicht mehr an die Hand genommen werden.' Natürlich werde ich das eine oder andere Mal vielleicht auf die Nase fallen, aber durch eigene Erfahrungen wird man auch stärker und wächst. Von daher ist die Entscheidung, glaube ich, die richtige – und auch das Tattoo (lacht).

Hast du auch überlegt, dir einen neuen Künstlernamen zuzulegen?

LaFee: Nein, auf keinen Fall. Daran habe ich nie einen Gedanken verschwendet.

Mit deiner Musik damals hattest du das Image einer Gothic-Queen – ein Konzept, das aufging. Welches Bild will die neue LaFee verkörpern?

LaFee: Ich bin jetzt einfach erwachsen geworden. Und ich meine, dass sich das auch am Körper und im Aussehen äußert. Jetzt bin ich nicht mehr das Kind, jetzt bin ich eine Frau. Das ist ein ganz natürlicher Prozess – und ich kann auch nichts dafür, ob nun Sachen an einem Menschen wachsen oder auch nicht (lacht). Natürlich verändert sich auch der Klamotten-Stil, aber genauso bin ich auch immer noch die Christina, die in Baggy Pants rumläuft und nicht gestylt ist. Nach außen komme ich bestimmt ein bisschen lady-like rüber, aber privat kann ich auch mal der totale 'Schluffel' sein: total ungestylt und ganz kindlich.

Neuer Style, neue Musik – hat sich auch deine Zielgruppe geändert?

LaFee: Damals hat meine Musik überwiegend Jugendliche, vor allem Mädchen angesprochen. Ich hoffe, dass ich natürlich sehr viele Fans von früher wieder einpacken kann und sie für das, was ich mache, begeistere. Letztendlich sind sie aber auch erwachsen geworden, vielleicht interessiert sich der andere jetzt mehr für eine Lady Gaga oder für eine Kesha – was auch völlig okay ist. Ich hoffe, dass viele Leute einfach nur Spaß an meiner Musik haben. Es ist mir dabei auch egal, wie alt sie sind; Hauptsache sie haben Gefallen an dem, was ich mache.

Und was machst du, wenn deine Musik nicht mehr die Massen anspricht und das Comeback floppt?

LaFee: Die Chancen, dass etwas funktioniert oder nicht funktioniert, liegen meiner Meinung nach immer bei 50 zu 50 – von daher zerbreche ich mir da nicht so den Kopf. Ich gebe immer 100 Prozent und weiß, dass es genug Leute gibt, die ich bisher wieder erreicht habe. Natürlich kann ich nicht sagen, ob das reicht, um sofort wieder durchzustarten. Falls es nicht reichen sollte, wird für mich auf jeden Fall keine Welt zusammenbrechen. Ansonsten mache in meine Tanzschule auf, was ich schon seit vielen Jahre plane – mein Plan B sozusagen. Aber solange Plan A funktioniert, kann Plan B schlafen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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