Kult geht weiter: 'Underworld Awakening in 3D'

Kult geht weiter: 'Underworld Awakening in 3D'

2,5 von 5 Punkten

In ‚Underworld Awakening‘ schlüpft Kate Beckinsale erneut in den sexy Catsuit der Vampirin Selene. Nachdem das Prequel ‚Underworld: Aufstand der Lykaner‘ ohne Beckinsale an der Kinokasse nicht an die Erfolge der ersten beiden Teile anknüpfen konnte, musste die schöne Britin wieder ran und den Kult um den Kampf zwischen Werwölfen, Vampiren und Menschen neu aufleben lassen – und das sogar in 3D. Doch kann Beckinsale die Kultsaga wirklich wieder aus dem Tief holen?

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Nach ihrem letzten Kampf wurde Selene (Kate Beckinsale, ‚Pearl Harbor‘) zwölf Jahre in einem komatösen Schlaf gefangen gehalten. Als sie erwacht und sich befreien kann, erfährt sie, dass sie in der Gefangenschaft Mutter einer Tochter geworden ist. Die rund zwölfjährige Eve (Newcomerin India Eisley) ist Halb-Vampir - Halb Lykanerin. Selene stellt schnell fest, dass die Welt nicht mehr die ist, die sie kennt. Die Menschen sind inzwischen die größten Feinde der Untoten und haben systematisch mit der Ausrottung von Vampiren und Werwölfen begonnen. Doch der größte Feind sitzt im Genlabor der Firma ‚Antigen‘, wo Dr. Jacob Lane (Stephen Rea, ‚V wie Vendetta‘) den Super-Lykaner erschaffen will. Für Selene beginnt ein Kampf, der einem Endkampf gleicht. Gemeinsam mit ihrer Tochter Eve, die je nach Verwandlungsgrad stark an Linda Blair in ‚Der Exorzist‘ erinnert, und dem sexy Vampir David (Theo James, ‚Red Tail‘) zieht sie in die Schlacht, um die Ausrottung ihrer Spezies zu verhindern.

Kult geht weiter: 'Underworld Awakening in 3D'

Dabei fliegen dem Zuschauer dank 3D-Effekten jede Menge Blut, Hautfetzen und anderes undefinierbares Zeug entgegen. Mit einem doppelt so großem Budget wie sein Vorgänger haben die Macher von ‚Underworld Awakening‘, allen voran Beckinsales Ehemann Len Wiseman, der im vierten Teil der Kultreihe als Produzent mitgewirkt hat, nicht an Special-Effects und Action gespart. Dafür aber leider an der Story. Wer die ersten drei Teile nicht gesehen hat, wird nur schwer der ohnehin sehr dünnen Geschichte folgen können. Zwar gibt es zu Beginn eine kleine ‚Was bisher geschah‘-Sequenz, die aber nicht wirklich großen Aufschluss auf die Vorgeschichte gibt. Die rasend schnell geschnittenen Fetzen verleiten eher zu Tabletten gegen epileptische Anfälle, als dass sie einen entspannten Start in einen Actionfilm garantieren. Hier hätten Wiseman und das Regie-Duo Mans Marlind und Björn Stein ‚Underworld‘-Neulingen vielleicht besser erst einmal den Einstieg ermöglichen sollen als gleich ihr ganzes Action-Pulver rauszujagen.

Insgesamt ist der Film leider ohnehin sehr einfach gestrickt: Selene geht irgendwo hin, trifft auf Gegner, die sie in ihre Einzelteile zerfetzt, Selene siegt und geht weiter. Diesem Schema folgen die insgesamt 90 Minuten, kurz unterbrochen von einigen wenigen emotionalen Szenen, in denen die sonst sehr kühle Selene Gefühle für ihr Kind entwickelt. Gegen Langeweile wirkt jedoch auch die in ihrem Latex-Anzug unverschämt sexy aussehende Kate Beckinsale. Der mit einem 'Golden Globe' prämierte Stephen Rea hingegen kann in seiner Rolle als finsterer Forscher sein Potenzial nicht mal im Ansatz ausschöpfen.

‚Underworld Awakening‘ ist für die Fans von Selene ein absolutes Muss. Wer jedoch neu in die Unterwelt einsteigt, der sei gewarnt. Hier sind Vampire keine Vegetarier und Werwölfe keine größeren Hunde. In der Welt von Selene wird gemetzelt, gemordet und ums Überleben gekämpft. Wem das liegt, dem sei viel Spaß gewünscht.

Von Elke Feldmann

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