Kollegen trauern um Guido Westerwelle: "Ein feiner Mensch"

"Ein feiner Mensch": Weggefährten trauern um Guido Westerwelle
Guido Westerwelle bei einem seiner letzten Fernsehauftritte im November 2015 © ddp images

Seinen 54. Geburtstag hatte Guido Westerwelle (1961-2016) Ende Dezember gefeiert - ein Alter, in dem viele Politiker die besten Jahre ihrer Karriere noch vor sich haben. Aber der frühere Außenminister und langjährige FDP-Vorsitzende ist am Freitag den Folgen seiner Krebserkrankung erlegen. Entsprechend groß ist nun die Bestürzung und Trauer unter den Freunden, Kollegen aber auch früheren politischen Konkurrenten Westerwelles: Politiker quer durch alle Parteilager haben sich mit teils rührenden Worten verabschiedet.

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Quer durch alle Parteien

 

Am emotionalsten äußerten sich jene, die politisch zuletzt am engsten mit Westerwelle zusammengearbeitet hatten - seine beiden Nachfolger als Parteivorsitzende der Liberalen, Philip Rösler (43) und Christian Lindner (37). "Bin einfach sehr, sehr traurig", schrieb Rösler auf Twitter. "Mir fehlen die Worte. Guido hat so gekämpft. Die Trauer ist groß", hatte Lindner Minuten zuvor auf dem Kurznachrichtendienst geschrieben.

 

Kristina Schröder: "So viele Schmähungen - und dabei ein feiner Menschen geblieben"

 

Aus der Masse der Tweets stach auch eine Botschaft von CDU-Politikerin Kristina Schröder (38) heraus. Sie hatte als Familienministerin von 2009 bis 2013 gemeinsam mit Westerwelle im Bundeskabinett gesessen. Am Freitag erinnerte sie an die menschliche Dimension hinter der Politik - und an den Menschen Westerwelle: "Bin unglaublich traurig. So ein extremes Leben voller Höhen und Tiefen, so viele Schmähungen. Und dabei ein feiner Mensch geblieben."

Sowohl die Bundesregierung, als auch Bundespräsident Joachim Gauck (76) drückten ihrer Trauer aus. Gauck wandte sich in einer Mitteilung an Westerwelles Witwer Michael Mronz (49). Das Land habe "einen leidenschaftlichen politischen Menschen" verloren, erklärte er. "Die letzten Jahre seines Lebens waren überschattet von einer heimtückischen Krankheit. Er hat dagegen mit allen Kräften und großer Geduld gekämpft. Damit hat er viele Menschen in ähnlicher Situation ermutigt."

 

Gysi: "Der Tod von Guido Westerwelle tut mir weh"

 

Parteigrenzen spielten angesichts des tragischen Todes Westerwelles aber ohnehin keine Rolle: So erklärte Linke-Ikone Gregor Gysi (68) auf Facebook, der Tod Westerwelles tue ihm weh - er habe Westerwelles offene, humorvolle, libertäre und höchst tolerante Art geschätzt. SPD-Chef Sigmar Gabriel (56) schrieb: "Mit ihm ist ein aufrechter Demokrat viel zu früh von uns gegangen." Cem Özdemir (50), Vorsitzender der Bundes-Grünen, twitterte, er sei "sehr bestürzt über Westerwelles Tod". "Wir trauern mit seinem Mann und seiner Familie!"

Und natürlich gab es auch außerhalb der politischen Arena Trauer um Westerwelle - schließlich hatte der Politiker jahrzehntelang die politische Szenerie geprägt und für seinen Kampf gegen den Krebs viel Respekt geerntet. "Diese furchtbare Krankheit, heimtückisch und brutal...", trauerte Moderator Matthias Killing (36). "Seine Krankheit hat er mit Stärke und Zuversicht getragen. Viele Menschen, besonders aus seiner Heimat NRW, haben dadurch einen anderen Guido Westerwelle kennengelernt", erinnerte WDR-Intendant Tom Buhrow (57).

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