"Knock Knock": Warum ist eigentlich keiner da?

"Knock Knock": Warum ist eigentlich keiner da?
Genesis (Lorenza Izzo), Evan (Keanu Reeves) und Bel (Ana De Armas, v.l.) betrachten das Kunstbuch seiner Frau. © SquareOne/Universum

Als Vorlage "Death Game", dazu noch ein bisschen "Funny Games" und eine Prise "Hard Candy" - und fertig ist der neue Eli-Roth-Thriller "Knock Knock", der leider nicht sehr viel besser ist als so mancher schwache "Klopf, klopf"-Witz. Klopf, klopf... Wer da? Keanu! Keanu, wer? Keanu Reeves (51, "John Wick"), die Rolle als Ex-DJ, Architekt, liebevoller Vater und Ehemann Evan nimmt man ihm irgendwie so gar nicht ab.

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Neuer Thriller von Eli Roth

 

Evan - Allein zu Haus!

 

Evan verbringt sein Vatertagswochenende alleine zuhause, weil seine Frau und die Kinder verreist sind. Spät nachts noch am Arbeiten, klingelt es plötzlich an der Tür seines Hauses. Zwei offenbar blutjunge und von strömendem Regen durchnässte Girls, Bel (Ana de Armas, 27) und Genesis (Lorenza Izzo, 26), bitten um Einlass. Nach gefühlt stundenlangem Vorgeplänkel landen die drei dann endlich im Bett - und in der Dusche, und an der Wand, und...

Am nächsten Morgen stellen sich die beiden Verführerinnen - wer hätte es erwarten können - als durchgeknallte Psychopathinnen heraus, drohen Evan als angeblichen Pädophilen bei der Polizei anzuschwärzen und beginnen ein nicht so schnell enden wollendes Terror-Spiel, das für Evan eigentlich nicht gut ausgehen kann.

 

Keine Spannung trotz Überraschungen

 

Dass die Handlung sich auf diesen engen Raum begrenzt, das konnte man von einem "Home Invasion"-Film im Voraus natürlich nicht anders erwarten. Dass der neue Thriller von Eli Roth ("Cabin Fever", "Hostel") dann aber mit so einigen Längen und ziemlich wenig Kunstblut daherkommt, das ist doch überraschend. Während Ana de Armas und Lorenza Izzo größtenteils mit ihrem Spiel und ihren offenherzigen Reizen überzeugen, wirkt Reeves als ob er gerade auf einem starkem Beruhigungsmittel sei. Meine Güte... der Mann hat die Nacht seines Lebens und wird später gefoltert - und er wirkt dabei fast durchgängig, als ob ihn das alles überhaupt nicht interessiert.

Auch so manche Entscheidung, die die Charaktere des Films fällen, gestaltet sich sehr fraglich - Handlungs- und Logiklöcher einmal ausgenommen. Und warum ist eigentlich die komplette Nachbarschaft in einem größeren Städtchen oder Vorort verreist?

Seltsam zudem, dass der Film mit zwei nicht sonderlich zündenden Witzen endet, die überhaupt nicht zur Grundstimmung des Thrillers passen wollen. Die Pointe des Streifens sitzt zumindest nicht. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass manch absurde Situation schon während der vorangegangenen rund hundert Minuten nicht wirklich zu überzeugen weiß - oder nur unfreiwillig komisch ist. Klopf, klopf... Wer da? Mittelmäßige Unterhaltung! Mittelmäßige Unterhaltung, wer? Mittelmäßige Unterhaltung läuft seit dem 10. Dezember mit "Knock Knock" im Kino.

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