'Kiss The Coach' - RTL Kinopreview Filmkritik

Kiss The Coach
Jessica Biel und Gerard Butler

3 von 5 Punkten

Gerard Butler, Jessica Biel, Uma Thurman, Catherine Zeta-Jones und Dennis Quaid: Bei der Besetzung von 'Kiss The Coach' ist zumindest Regisseur Gabriele Muccino ('Das Streben nach Glück') vom Glück geküsst, denn die kann nicht anders als vielversprechend bezeichnet werden. Beste Voraussetzungen also für eine "romantische Komödie", sollte man meinen, denn als solche wird der Film verkauft. Und die Handlung bietet auf den ersten Blick durchaus genug Stoff dafür.

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In der Fußball-Championsleague war George Dryer (Gerard Butler) ein gefeierter Star. Nach einer Verletzung ist allerdings Schluss mit der Karriere. Und wie George feststellen muss, interessiert sich in den USA kaum jemand für seinen Sport. Denn um nah bei seinem neun Jahre alten Sohn Lewis (Newcomer Noah Lomax) und seiner Exfrau Stacie (Jessica Biel) sein zu können, ist George völlig abgebrannt ins kleine Kaff McLean in Virginia gezogen.

Seit er von Stacie getrennt ist, hat sich der gefallene Star im Umgang mit seinem Sohn durch ständige Abwesenheit eher ins Abseits manövriert. Das will er jetzt wieder gutmachen und nebenbei eine Karriere als Fußballkommentator im Fernsehen in Gang bringen. Die äußerlichen Voraussetzungen hat er, denn im Gegensatz zu manch anderem Ex-Sportprofi ist George immer noch top in Form – wie könnte es bei einem Gerard Butler auch anders sein? Sein markant männliches Erscheinungsbild bemerken allerdings auch die Mütter der Kinder vom Fußballteam seines Sohnes. Denn dort hat George kurzerhand als Trainer angefangen, um die Fehler der Vergangenheit gutzumachen.

Doch er hätte nicht damit gerechnet, was das in dem kleinen Nest auslöst: Ruckzuck werfen sich ihm die unausgelastete Hausfrau Denise (Catherine Zeta Jones), die geschiedene Barb (Judy Greer) und zu allem Überfluss auch noch Patti (Uma Thurman), die Ehefrau des Teamsponsors Carl King (Dennis Quaid), an den Hals. Dabei will George doch eigentlich nur Stacie zurück. Dumm nur, dass die mittlerweile ihren Freund Matt (James Tupper) heiraten will…

Zwischen Komödie und Drama

Kiss The Coach
Uma Thurman und Catherine Zeta-Jones

Eigentlich hätte Muccino eine solche Vorlage in ein sicheres Tor verwandeln können. Ein paar Flirts an der Seitenlinie, pointierte Dialoge zwischen Stacie und George und zum Schluss das vorhersehbare Happy-End. Wer allerdings mit der Erwartung an eine Komödie ins Kino geht, wird bitter enttäuscht werden. Denn der Regisseur verzettelt sich bei der eigentlich harmlosen Handlung. George durchläuft in einem beträchtlichen Teil des Films eine Wandlung vom unbedarften Frauenheld zum verantwortungsvollen Vater, die bitterernst daherkommt und 'Kiss The Coach' die für eine Komödie essentielle Leichtigkeit raubt.

Ist in der ersten Hälfte des Films noch die Beziehung zwischen George und Lewis im Vordergrund, übernimmt in der zweiten Hälfte die immer noch nicht abgeschlossene Romanze zwischen George und Stacie. Dabei muss sich Jessica Biel leider darauf beschränken, viel zu heulen und die empörte Mutter zu spielen – da wäre mehr drin gewesen. So schwankt der Film zwischen Komödie und todernstem Drama und ist beides nicht so richtig. Die stimmungsvolle und stets passende musikalische Untermalung rettet allerdings einiges – wenn der Zuschauer denn bereit ist, sich darauf einzulassen.

Von Timo Steinhaus

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