Kings of Leon im exklusiven Interview

Kings of Leon im Interview Wir trafen Matthew (Gitarre) und Jared Followill (Bass) kurz vor einem Auftritt im Backstage-Bereich.

"Es wird viel über Kinder-Kacka gesprochen"

Sie sind wohl die coolste Familien-Band weit und breit: Caleb, Nathan, Jared and Matthew Followill - alias Kings of Leon. Nach längerer Auszeit, die sie sich nach dem Zusammenbruch von Sänger Caleb genommen haben, melden sich die Südstaaten-Rocker mit neuem Album "Mechanical Bull" eindrucksvoll zurück. Ob sich ihre private Situation in den neuen Songs widerspiegelt, wie sie die Krise gemeistert haben und warum früher in der Band viel mehr gestritten wurde, haben uns Jared und Matthew Followill im exklusiven Interview verraten.

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Von Anja Blanuscha

Das neue Studioalbum „Mechanical Bull“ steht in den Startlöchern. Worauf dürfen wir uns freuen?

Jared Followill: Wir mögen es wirklich sehr und sind stolz drauf. Wir hoffen, dass es den Leuten damit ähnlich geht. Für uns ist es eine Art Kombination aus allen bisherigen Alben. Der Sound darauf ist großartig und es finden sich von den Vorgänger-Alben kleine Bestandteile wieder. Wir haben dieses Mal auch bei den Studioaufnahmen neue Dinge probiert und Sachen hinzugefügt. In einem Song sind zum Beispiel Streicher zu hören, in ein paar anderen eine Steel Gitarre. Wir sind auf jeden Fall mit dem Album gewachsen. Matthew Followill: Das Tempo ist um einiges höher. Also, uns gefällt‘s. Die Platte hat viel zu bieten und wir hoffen, dass die Fans sie lieben werden.

In den vergangen zwei Jahren hat sich in eurem Privatleben ja einiges getan. Matthew, Caleb und Nathan sind Väter geworden. Spiegelt sich diese neue Situation auch in den Songs wider?

Matthew: Keine Ahnung, ob sich das so direkt in den Songs niedergeschlagen hat. Es ist toll, Kinder zu haben. Wenn man mit ihnen spielt, fühlt man sich plötzlich wieder viel jünger. Das Leben mit Kindern fühlt sich generell irgendwie besser an, und das spiegelt sich somit natürlich auch in unseren Songs wider. Außerdem haben wir uns ein Jahr Auszeit genommen. Es ist wahnsinnig wichtig, auch mal für andere Dinge Zeit zu haben. Mit dem Album haben wir uns dieses Mal mehr Zeit gelassen. Sonst haben wir uns immer abgehetzt. Wir haben uns ein Studio gebaut und drei Monate an der neuen Platte gearbeitet. Das war für uns die bisher längste Zeit, die wir an einem Album gesessen haben.

Sind eure Kinder denn oft Thema in der Band? Gibst du den anderen vielleicht Tipps, Matthew?

Matthew: Sicher, ich war ja der Erste von uns mit Kind und kann somit schon mal den ein oder anderen Tipp geben. Aber letztendlich muss da natürlich jeder seinen eigenen Weg finden. Jared: Wenn ich, als jemand ohne Kinder, mal was dazu sagen darf … Es gibt auf jeden Fall eine Menge Gespräche über 'Kinder-Kacka'. Matthew: Klar, Kacka ist wichtig. Daran lässt sich viel erkennen.

Und wie sieht es mit deiner Kinderplanung aus, Jared?

Jared: Innerhalb des kommenden Jahres ist da nichts geplant. Aber ich übe jeden Tag.

Kings of Leon sind zurück Die Kings of Leon melden sich eindrucksvoll mit dem sechsten Studio-Album "Mechanical Bull" zurück. Das Album ist ab 20. September im Handel.

"Wir waren alle ausgebrannt und erschöpft"

Vor gut zwei Jahren – auf dem bisherigen Höhepunkt eurer Karriere – musstet ihr eure US-Tour absagen, weil Caleb einen Zusammenbruch erlitten hat. Wie habt ihr diese Krise überstanden? Gab es überhaupt eine Krise oder wurde es von den Medien hochgeschaukelt?

Jared: Das Ganze wurde überproportional aufgeblasen. Wir waren alle ausgebrannt und erschöpft, waren ständig auf Tour. Seit 2003 waren wir quasi durchgehend unterwegs, mal abgesehen von ein paar kleineren Pausen hier und da. Wir waren völlig überanstrengt, haben einfach zu viel gemacht. Nach dem Zusammenbruch sind wir erst mal für drei Wochen nach Hause und haben dort entschieden, die Tour noch zu beenden, sind nach Kanada und Südafrika und nach Australien. Dann haben wir beschlossen, dass wir eine Auszeit brauchen – also nicht voneinander. Wir brauchten keine Pause von der Band, sondern von der Arbeit. Matthew: Ja, es war höchste Zeit für eine Pause und die Tourplanung war einfach so nicht umsetzbar. Das tat uns natürlich vor allem für die amerikanischen Fans leid. Das ist schon enttäuschend, wenn man sich auf eine Band freut und das Ticket bereits hat und die Tour dann gestrichen wird. Wir hoffen, wir können das wieder gut machen.

Ihr verbringt jede Menge Zeit zusammen. Streitet ihr viel?

Jared: Nein, nicht mehr. Matthew: Früher haben wir uns oft gezofft. Vermutlich aufgrund der Kombination aus jung und verwandt sein. Jetzt sind wir älter und eine Familie und streiten nicht mehr. Jared: Ja, das lag vor allem am Alter. Caleb und Nathan haben sich am meisten gestritten, wahrscheinlich weil sie vom Alter her am nächsten zusammen sind. Zwischen ihnen als Brüder herrschte mehr Rivalität. Ich war immer der jüngere Bruder – Caleb ist fünfeinhalb und Nathan siebeneinhalb Jahre älter als ich – so stand ich nie in Konkurrenz zu ihnen. Abgesehen davon, dass ich schon immer wusste, dass ich von allen am besten aussehe. Deshalb hab ich das ignoriert. Dafür sind Matthew und ich vom Alter her näher. Aber wir sind ja Cousins, deshalb gab es bei uns diese Rivalität nicht. Ich denke, wenn wir Brüder wären, hätten wir uns vermutlich auch mehr in die Haare bekommen. Bist du sowas wie der ruhende Pol in der Band, Matthew? Matthew: Ich stehe erst mal daneben und gucke und lasse sie streiten. Es sei denn, ich stimme einer der Parteien voll zu. Jared: Ja, am besten lässt man sie einfach streiten. Es sei denn, es gerät außer Kontrolle und es kommt zu Handgreiflichkeiten – dann schreiten wir ein.

Wie Jared und Matthew zum Thema Alkohol stehen, was ihre bisherigen Band-Highlights waren und vieles mehr - gibt es im zweiten Teil des Interviews.

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