'King Arthur' mit Charlie Hunnam, Jude Law und Co.: Dieser König ist Rock 'n' Roll pur

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Trailer zu Guy Ritchies 'King Arthur: Legend of the Sword'
Trailer zu Guy Ritchies 'King Arthur: Legend of the Sword' 00:02:00
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4,5 von 5 Punkten

Ob Zeichentrickfilm, großes Epos oder klassisches Historiendrama - die Saga von King Arthur und den Rittern der Tafelrunde wurde im Kino schon oft erzählt. So sexy und aufmüpfig wie von Guy Ritchie aber noch nie. Charlie Hunnam und Rock'n'Roll sei Dank.

Mit Filmen wie 'Bube, Dame, König, Gras' oder 'Snatch - Schweine und Diamanten' katapultierte sich der britische Regisseur um die 2000er-Wende in den Olymp des Independent-Kinos. Seine herrlich unkonventionelle Art kam nicht nur bei nerdigen Cineasten gut an, sondern machte auch Hollywood schnell aufmerksam auf den jungen Wilden aus der Nähe von London. 2009 folgte mit 'Sherlock Holmes' dann seine erste Mainstream-Produktion. Mit viel Action und noch mehr Gespür für schrägen Humor hauchte Ritchie der etwas verstaubten Detektiv-Geschichte neues Leben ein. Umso größer waren Vorfreude und Spannung als feststand, dass sich Ritchie erneut einer großen Vorlage annehmen würde. Doch kann er überhaupt Fantasy?

Die klare Antwort: Ja! Und um diese Frage zu beantworten, braucht er keine fünf Minuten. Denn schon bevor der Vorspann rollt, wird unmissverständlich klar, auf welche Reise er den Zuschauer im Saal entführen wird. Eine epische Schlacht samt hochhausgroßen Elefanten zwischen Arthurs Vater König Uther Pendragon (Eric Bana) und dem fiesen Magier Mordred wütet mit brachialer Wucht über die Leinwand. Rock'n'Roll trifft Mittelalter trifft Fantasy-Bombast trifft famose Schauspieler. Doch das ist erst der Anfang. Zum Glück! 

Charlie Hunnam: So liefen die Dreharbeiten zu King Arthur
Charlie Hunnam: So liefen die Dreharbeiten zu King Arthur 00:02:04
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Charlie Hunnam und Jude Law begeistern

Mit viel Respekt und noch mehr Coolness nimmt sich Ritchie der sagenumwobenen Geschichte um Arthur und das Schwert Excalibur an. Alleine die Art und Weise, wie er das Heranwachsen des jungen Arthurs (Charlie Hunnam) in einem abgerockten Bordell in Londinium umsetzt, nötigt jede Menge Respekt ab. In einer knapp zweiminütigen Zeitraffer-Sequenz werden dem Zuschauer in einem wahren Split-Screen-Feuerwerk die ersten Lebensjahre des späteren Königs - salopp gesagt - um die Ohren gehauen. Der Rest des Plots ist altbekannt und schnell erzählt: Durch den Verrat von Vortigern (Jude Law) an seinem Bruder König Uther, wird Arthur zum Waisenkind. Jahre später kehrt er zurück, um seinem Schicksal nun endlich zu folgen.

Insgesamt glänzt der Film durch Kurzweil - jedoch ohne das Gefühl zu vermitteln, dass etwas auf der Strecke bleibt. Das liegt nicht zuletzt an den gut aufgelegten Schauspielern. Trotz der finsteren Visionen, die ihn immer wieder aus dem Schlaf reißen, hat der offenherzige Arthur immer noch jede Menge Schalk im Nacken. Echter Ritchie-Humor eben. Getoppt wird Hunnams Leistung nur von Jude Law (Vortigern) und Àstrid Bergès-Frisbey (Mage). Während Law als wahnhaft machtlüsterner Schurke seine dunklen Seiten voll ausleben darf, haucht Bergès-Frisbey ihrer mysteriösen Rolle als Magierin eine fast schon greifbare Unsicherheit ein. 

Charlie Hunnam als junger King Arthur
Charlie Hunnam als junger King Arthur © Warner Bros. Entertainment GmbH, Courtesy Warner Bros Entertainment Inc.

Abgerundet werden die spektakulären Special-Effects und darstellerischen Leistungen von einem mitreißenden Soundtrack, der sich permanent zwischen mittelalterlicher Folklore, druckvollen Bässen und der nötigen Spur Rock'n'Roll bewegt.

'King Arthur: Legend of the Sword' ist nicht nur ein echter Fantasy-Kracher, sondern eben auch ein "echter" Guy Ritchie. Wie schon bei Sherlock Holmes drückt er der Vorlage seinen Stempel auf und lässt sie dank grandiosem Schnitt und Sound neu und unverbraucht wirken. Humor, Action und das gewisse Etwas Wahnsinn. Was kann man mehr verlangen von einem guten Kinoabend? Richtig - NICHTS! 

Kinostart: 11. Mai 2017

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