'Kindsköpfe': Männerabend ohne Sinn und Verstand

'Kindsköpfe': Männerabend ohne Sinn und Verstand

Wie sieht der perfekte Männerabend aus? Alte Schulfreunde treffen sich an dem Lieblingsort ihrer Jugend, reißen platte Witze, toben rum und verhalten sich wie pubertierende Kinder. Mehr braucht es nicht zum Glücklichsein – und wohl auch nicht, um einen Kinofilm auf die Leinwand zu bringen. In ihrem neuen Film „Kindsköpfe“ haben Drehbuchautor und Schauspieler Adam Sandler („Click“, „50 erste Dates“) und Regisseur Dennis Dugan („Big Daddy“, „Leg dich nicht mit Zohan an“) auf eine Handlung weitgehend verzichtet und stattdessen ganz viel Platz für Slapstick und flache Witze gelassen.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Fünf alte Sportkameraden, die ihre besten Jahre Ende der 70er hatten, treffen sich wieder, um ihrem verstorbenen Basketball-Coach die letzte Ehre zu erweisen. Mit ihren Familien verbringen sie ein Wochenende in einem Haus am See, wo sie einst ihre Jungend-Meisterschaft feierten. Dort versuchen die Jungs an alte Zeiten anzuknüpfen, denn eins ist klar: Früher war alles besser.

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Wer jetzt eine mitreißende Story übers Erwachsenwerden erwartet, wird enttäuscht. Denn der Film lebt einzig und allein von den albernen Einlagen der fünf Hauptdarsteller. Adam Sandler spielt den stinkreichen Hollywood-Agenten Lenny, der versucht seine verzogenen Kindern und seine versnobte Frau Roxanne (gespielt von Oscar-Preisträgerin Salma Hayek, die zeitweise an eine schlecht gelaunte Victoria Beckham erinnert), auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. An Sandlers Seite blödeln die US-Komiker Kevin James („Hitch“), Chris Rock („Bad Company“), David Spade (bekannt aus der US-Serie „Rules of Engagement“) und Rob Schneider („Animal - Das Tier im Manne“).

Vor allem Kevin James ist die Rolle des tollpatischen Eric auf den Leib geschrieben. In seiner ersten Szene demoliert er einen Pool und treibt wie eine gestrandete Neopren-Robbe durch den Garten. Splapstik, wie man es von dem „King of Queens“-Darsteller gewohnt ist. David Spade spielt den Frauenverführer Marcus, Chris Rock den verweichlichten Hausmann Kurt und Rob Schneider ulkt als durchgeknallter Spiritueller, der eine Vorliebe für Omas hat, durch den Film.

Kurzum: Die fünf Comedians packen tief in die Spaß-Kiste. Leider bleibt es bei zum Teil unoriginellen Gags (Mann fällt mit Gesicht in Kuhfladen). Für Handlung ist da nicht viel Platz, auch wenn immer wieder vergeblich versucht wird, der Blödelei einen tieferen Sinn zu geben.

Das ganz große Popcorn-Kino ist mit „Kindsköpfe“ sicher nicht gelungen. Aber für einen lustigen Abend mit den besten Kumpels ist der Film ein guter Einstieg. Auch alle, die sich kaputtlachen können, wenn ein Mann nach einem Tritt zwischen die Beine zusammenbricht, kommen voll auf ihre Kosten. Wer auch bei Komödien nicht auf eine halbwegs stimmige Handlung verzichten will, sollte diesem Männerabend lieber fern bleiben.

Von Sebastian Schmidt

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