'Kill the Boss 2': Aufgepasst, sexhungrige Jennifer Aniston ist zurück

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Sie sind wieder zurück: Jason Sudeikis, Charlie Day und Jason Bateman in 'Kill the Boss 2'.
Auch in 'Kill the Boss 2' hat das Trio Kurt, Dale und Nick kein Glück mit seinen Vorgesetzten. © John P. Johnson

3,5 von 5 Punkten

Fortsetzungen sind wahrlich keine einfache Aufgabe. Zum einen wollen die Macher auf das altbekannte Erfolgsrezept setzen, zum anderen laufen sie aber Gefahr damit, dem Publikum nur einen aufgewärmten Abklatsch ihres Erstlingswerks zu präsentieren. Nachdem der Sensationshit 'Hangover' mit seinen Sequels kläglich gescheitert ist, kehrt mit 'Kill the Boss 2' drei Jahre nach dem ersten Teil ein weiterer Kinohit zurück auf die Kinoleinwand. Doch im Gegensatz zur Junggesellenparty-Komödie kann die Fortsetzung über das schrullige Trio rund um Jason Bateman, Jason Sudeikis und Charlie Day durchaus mit dem Vorgänger mithalten.

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Von Alexandra Mölgen

Während die drei herrlich chaotischen Anti-Helden Nick, Dale und Kurt erneut im Mittelpunkt des Geschehens stehen, gibt es in 'Kill the Boss 2' auch ein Wiedersehen mit Jennifer Aniston, die auf grandiose Weise erneut als dauergeile und sexsüchtige Zahnärztin Dr. Julia Harris brilliert. Ebenfalls mit von der Partie sind Kevin Spacey in einem kurzen Gastspiel und Jamie Foxx, der den verschrobenen, kriminellen 'Berater' Dean mimt. Neu im Bunde sind Oscar-Preisträger Christoph Waltz und Hottie Chris Pine. Während der österreichische Hollywood-Export in der Komödie seine schauspielerische Bandbreite nicht wirklich ausschöpfen kann, läuft sein jüngerer Kollege zur Hochleistung auf.

Nachdem sich Nick (Jason Bateman), Kurt (Jason Sudeikis) und Dale (Charlie Day) im ersten Teil erfolgreich ihrer seelenraubenden Bosse entledigt haben – wenn auch nicht auf die Art und Weise, wie sie es geplant hatten -, schlagen sich die drei Männer in der Fortsetzung mit ganz neuen Tücken des Arbeitslebens rum. Mit ihrer Erfindung des 'Shower Buddys', einem multifunktionalen Duschkopf, will das Trio den Markt erobern und damit endlich zu Geld kommen. Der Plan geht allerdings nach hinten los, als ihr Vertriebspartner Bert Hanson (Christoph Waltz) sie über den Tisch zieht und Nick, Kurt und Dale am Ende nicht nur mit einer Massenproduktion an Duschköpfen dastehen, sondern auch mit einem riesen Schuldenberg.

Jennifer Aniston als sexsüchtige Dr. Julia Harris in 'Kill the Boss 2'
Großartig: Jennifer Aniston schlüpft erneut in die Rolle der sexsüchtigen Dr. Julia Harris. © John P. Johnson

Völlig frustriert über ihr Versagen und voller Wut auf den dreisten Geschäftspartner, beschließen die drei das zu tun, was natürlich jeder in dieser Situation tun würde: sie planen die Entführung von Hansons Sohn Rex (Chris Pine), um mit dem Erpressergeld ihren Verlust wettzumachen. Doch da haben sie die Rechnung ohne das Entführungsopfer gemacht. Denn Rex will sich ebenfalls an seinem Vater rächen und macht mit dem Trio gemeinsame Sache. Für Kurt, Nick und Dale könnte es nicht besser laufen, würde ihnen da nicht die gestörte Psyche von Rex im Weg stehen…

'Kill the Boss 2' punktet wie bereits sein Vorgänger mit der Authentizität der Hauptdarsteller. Die Chemie zwischen den drei Buddys stimmt von der ersten Minute an. Bateman, Sudeikis und Day spielen ihre Rolle mit solch einer Lockerheit, dass man ihnen die Freundschaft und ihren trottelig-charmanten Optimismus sofort abkauft. Glücklicherweise war auch Improvisation am Set gern gesehen, wodurch laut Regisseur Sean Anders einige der lustigsten Szenen des Films entstanden sind. Auch die Interaktion mit den Neulingen ist gelungen. Vor allem Chris Pine überzeugt in seiner Rolle: auf der einen Seite ist er ein verletzlicher Schönling, der Freunde und die Anerkennung seines Vaters sucht, auf der anderen Seite ist er ein hinterhältiger Irrer mit neurotischen Zügen. Seine Wandelbarkeit und die verrückte Gratwanderung – einfach perfekt!

Jetzt kommt das große Aber: Egal wie man es dreht und wendet, Christoph Waltz harmoniert einfach nicht mit dem Ensemble. Da hinterlässt Kevin Spacey, der im zweiten Teil leider nur eine Mini-Rolle hat, mit seinen wenigen Sequenzen mehr Eindruck. Schade ist auch, dass Jennifer Aniston in dem Sequel zu kurz kommt. Die wenigen Szenen mit ihr sind die Highlights des Films – davon hätte man sehr, sehr gerne mehr gesehen. Abzüge gibt es auch für die manchmal vorhersehbaren und lahmen Witze und Wortspiele.

Auch der Filmtitel lässt sich mit dem Inhalt des Films nicht in Einklang bringen. Während 'Kill the Boss' im ersten Teil noch Sinn gemacht hat, da die drei Männer tatsächlich ihre Chefs um die Ecke bringen wollten, passt er bei der Fortsetzung leider gar nicht. Ohnehin hatten sich viele gefragt, warum man den englischen Originaltitel 'Horrible Bosses' durch einen anderen englischen ersetzen musste. Letzterer hätte nämlich viel mehr Sinn gemacht.

Kinostart: 27.11.2014

Genre: Komödie

Originaltitel: Horrible Bosses

Filmlänge: 108 Minuten

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