Kein Brustimplantat für 'Prince of Persia'

Schauspielerin Gemma Arterton
Schauspielerin Gemma Arterton spielt in 'Prince Of Persia' eine Prinzessin © WENN.com, RHA/ZOB

Dein Film in Cannes heißt Tamara Drewe, was kannst du uns über den erzählen?

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Er heißt „Tamara Drewe“, und ich spiele die Tamara – ganz modern, kein plüschiges Kostüm. Das ist aber nicht wirklich eine Hauptrolle, weil es ein Ensemblefilm ist. Ich bin gespannt, wie er in Cannes ankommt, denn Stephen Frears’ Komödie hat so einen schwarzen britischen Humor, dass wir uns nass gemacht haben vor Lachen. Ich hoffe, das geht nicht nur uns Briten so.

Im Kino ist erstmal dein neuer Film „Prince Of Persia“ zu sehen. Hast du früher auch das Videogame gespielt?

Als Teenager waren Videospiele nicht wirklich mein Fall. Als das Angebot kam, klingelte es bei mir höchstens leise. Aber mein Freund stand als kleiner Junge total auf das Game. Oh dachte ich, das scheint ja ein dickes Ding zu sein. Ich hab versucht, das neue zu spielen – aber ich hab’s nicht auf die Reihe bekommen. Mist, denn ich gewinne total gern. Zum Glück hat die Geschichte ja nicht so viel mit dem Spiel zu tun, meine Figur ist auch ganz anders. Im Spiel ist sie ja eine sexy Femme Fatale, das hätte schon mal nicht zu Disney gepasst.

Wie sehr hast du dich unter Druck gefühlt, den Erwartungen der Fans gerecht zu werden?

Darüber darf man nicht die ganze Zeit nachdenken. Aber natürlich hat man das im Kopf, genauso wie bei Bond auch, und man ist nie jedermanns Liebling. Hätten wir uns streng an das Spiel gehalten, hätten wir eine FSK 18 bekommen – und ich Brustimplantate!

Wie magst du deinen Look im Film?

Nach der ersten Vorführung des Films habe ich eine Woche gebraucht, um drüber wegzukommen, dass ich das bin. Ich seh im wahren Leben ja sehr Englisch aus, deshalb habe ich es genossen, in der Maske vier Stunden lang in eine sonnengebräunte Prinzessin verwandelt zu werden. Wenn ich auf der Leinwand so anders aussehe, kann ich mich da auch besser ertragen. Es ist auch praktisch, weil einen die Leute nachher auf der Straße nicht so gut erkennen.

Du hast schon einige Prinzessinnen gespielt. Wird da ein Kleinmädchentraum wahr?

Ich fand immer die Bösewichte besser. Ich mochte zum Beispiel „Die kleine Meerjungfrau“, aber die fette Ursula fand ich viel cooler. Ich hatte als Kind auch nie eins von diesen Disney-Kostümen. Ich bin immer als Tier gegangen.

Wie viele Stunts hast du selbst gemacht?

Ziemlich viele. Auf einen bin ich besonders stolz, aber leider ist der nur im Trailer und später der Schere zum Opfer gefallen. Leider, denn ich habe zwei Wochen lang dafür geübt. Jake Gyllenhaal kommt mit dem Pferd auf mich zu und ich ziehe mich im Vorbeigaloppieren an ihm hoch. Ich hatte Schiss, denn man braucht dazu ganz schön viel Kraft. Ich musste das ungefähr zehn Mal machen und habe extra dabei in die Kamera geguckt, damit man auch sieht, dass ich es selbst mache. Die Action macht richtig Spaß in so einem Film. Bei Bond habe ich ja all das leider verpasst, weil ich nur ein paar Szenen hatte.

Wie viel Sport musstest du machen, um so stark zu werden?

Ich habe sehr kräftige Arme und Beine, weil ich früher Turnerin war, aber ein bisschen habe ich natürlich schon getan. Als ich nicht mehr sechs Tage die Woche trainiert hab, hab ich sofort Gewicht zugelegt. Ganz schön blöd. Die Presse hat sich dankbar draufgestürzt.

In „Prince Of Persia“ drückst du Jake Gyllenhaal einen Spruch, als er in deinen Ausschnitt linst. Was müssen Jungs fürchten, wenn sie das bei dir tun?

Dass ich ihnen eine reinhaue. Meist gehe ich einfach nur weg. Aber als ich 14 war und mir einer in der Disco in den Hintern gekniffen hat, habe ich dem Typen tatsächlich eine gescheuert. Das war aber auch das letzte Mal. Es kann allerdings auch passieren, dass ich einer Frau in den Ausschnitt gucke, wenn sie allzu offenherzig unterwegs ist.

Stimmt das Gerücht, dass du für den Hobbit vorgesprochen hast?

Ja, so wie jeder in England unter 30. Aber ich habe nichts mehr von ihnen gehört. So weiß ich nicht, ob ich nun ein Elbenmädchen spielen darf oder nicht. Ich würde gern in Neuseeland drehen, ich habe Familie dort.

Du drehst viele Blockbuster in letzter Zeit.

Ja, aber mein Herz schlägt für die kleinen Filme. Ich drehe auch gern Hollywoodfilme, aber eben nicht nur. Man darf sich auch nicht festlegen lassen, sonst werden einem bestimmte Rollen gar nicht mehr angeboten. Ich werde wählerischer und muss mich schauspielerisch auch immer wieder aufs Neue fordern. So weiß ich zum Beispiel noch gar nicht, was ich als nächstes drehe. Ich bin in Gesprächen um eine Rolle als Stalkerin – ohne Make-up, mit fettigem Haar. Das klingt super.

Du bist sehr schnell berühmt geworden. Was für einen Effekt hatte das auf dein Leben?

Ich bin erst drei Jahre dabei, aber es wurde kontinuierlich mehr. Aber dieses Jahr ist schon verrückt. Eine Reihe meiner Filme kommen zeitgleich raus, was ich eigentlich vermeiden wollte. Die Leute sollen ja keinen Gemma-Overkill bekommen. Privat umgebe ich mich am liebsten mit ganz normalen Leuten und gehe nur zu Events, wenn ich muss. Da ist Cate Blanchett mein Vorbild, die schafft es auch, ihr Privatleben für sich zu behalten.

Da sprichst du was an. Publikum und Presse interessieren sich aber brennend für dein Privatleben.

Das ignoriere ich, so gut ich kann. Zumindest tue ich so. Ich google mich auch nicht mehr. Ich bin seit vier Monaten clean. Aber letztens bekam ich einen Anruf aus Italien, dass bei denen in der Zeitung stand, dass mein Verlobter [ein italienischer Stuntman aus dem letzten Bond-Film] und ich dort heiraten würden.

Und, stimmt’s?

Ich bin da sehr diskret und spreche nicht gern über uns. Das ist mein Privatleben.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

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