Katja Eichinger: Literarischer Befreiungsschlag

Katja Eichinger
Katja Eichinger © Cover Media

Für Katja Eichinger (42) war die Arbeit an ihrem Debütroman 'Amerikanisches Solo' wie eine Therapie, um mit dem Tod ihres Ehemannes Bernd Eichinger (†61) im Januar 2011 fertig zu werden.

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Arbeit hilft beim Verarbeiten

Die Filmjournalistin, die an dem Drehbuch zu dem Film 'Baader Meinhof Komplex' beteiligt war, erzählt in ihrem Thriller die Geschichte eines Mannes, der seine Nachbarin entführt und in seinem Panic Room gefangen hält. Eine Horrorvorstellung auch für Eichinger, die sich im Interview mit 'spiegel.de' als "extrem freiheitsliebend" beschrieb. Ihr Held zeichnete sich als extrem einsamen Menschen aus - ein Zustand, der ihr nicht fremd ist: "Nach Bernds Tod habe ich sie [Einsamkeit] sehr stark erlebt. Ich hatte das Gefühl, nicht nur meinen Partner, sondern auch meinen besten Freund verloren zu haben. Mir war aber klar, dass ich nicht von Beruf Witwe sein wollte, sondern ein neues Leben beginnen musste. Die Arbeit hat mir sehr geholfen. [...] Dadurch, dass ich mich der Einsamkeit gestellt habe, konnte ich mich davon befreien."

Ihr Buch ist auch ein erneutes Abschiednehmen von ihrem Mann, der zur Zeit seines Todes an einem Drehbuch über die Entführung von Natascha Kampusch (26) arbeitete, ein Fall der "uns beide sehr bewegt und verstört" hat. Katja Eichinger war sogar eher dagegen, das Verbrechen zu verfilmen. "Diese Enge, die dunkle Kleinbürgerhölle, das in unser Leben zu holen - da dachte ich, bitte nicht!", erklärte sie ihre Gefühle gegenüber 'Bild am Sonntag'.

Mittlerweile hat Katja Eichinger einen neuen Partner an ihrer Seite, sie ist mit dem britischen Bildhauer Anthony James zusammen. Dennoch: Bernd Eichinger und sein Verlust wird immer ein Teil von ihr sein: "Ich glaube, das gehört dann zu einem. Da kann man sich mit anfreunden. Kino, Schreiben, Kunst ist ja, sich mit seinen Dämonen anfreunden. Und dann merkt man, dass das vielleicht auch Engel sind."

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