Katholischer Filmpreis für "Fannys Reise"

Fannys Reise
"Fannys Reise" erhält den Fritz-Gerlich-Preis, mit dem Filme für Menschenwürde und Zivilcourage ausgezeichnet werden. Foto: Filmfest München © DPA

Das französische Drama "Fannys Reise" ist auf dem Filmfest München mit dem Fritz-Gerlich-Filmpreis ausgezeichnet worden. Die Regisseurin Lola Doillon erzählt in ihrem Film von dem jüdischen Mädchen Fanny, das 1943 mit anderen Kindern vor den Nationalsozialisten in die Schweiz fliehen will.

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"Wenn die 13-jährige Fanny erzwungenermaßen die ganze Last der Verantwortung übernehmen muss, entwickelt der Film seine große emotionale Kraft und macht die Bedrohung nahezu physisch spürbar", begründete die Jury am Mittwoch ihre Entscheidung. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.

Der Preis wurde im Gedenken an den Münchner Publizisten Fritz Gerlich gestiftet, der die Ideologie der Nazis schon früh angeprangert hatte. 1934 wurde der Herausgeber der Zeitschrift "Der gerade Weg" im KZ Dachau ermordet. Die katholische Filmproduktionsgesellschaft Tellux ehrt damit seit 2012 aktuelle Spiel- und Dokumentarfilme, die Zeichen für mehr Engagement und Mut in der Gesellschaft setzen und für die Menschenwürde eintreten. Gesellschafter der Tellux sind mehrheitlich deutsche Bistümer. Sieger des vergangenen Jahres war der Western "Den Menschen so fern" nach einer Kurzgeschichte von Albert Camus.

In diesem Jahr waren neben "Fannys Reise" auch das ARD-Drama "Kästner und der kleine Dienstag" und die Dokumentation "The Land of the Enlightened" über Kinder in Afghanistan nominiert. Bei der Feier im Schloss Nymphenburg wurde zudem der Transmedia Preis verliehen an Konzepte, die sich mit dem Thema Integration auseinandergesetzt haben.


dpa
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